
Schon 2016 hatte Audi im Rahmen eines Technologietages einen Ansatz für die dynamische modulare Montage vorgestellt – samt Demonstrator als Proof of Concept. Dafür hatte der Automobilbauer nicht nur in das Startup Arculus investiert, sondern sogar intelligente Audi-AGVs entwickelt, die komplizierte Verkehrssituationen zuverlässig erkennen und autonom reagieren sollen. Zwei Jahre später folgte das erste hauseigene Pilotprojekt bei der Produktion von Elektromotoren im ungarischen Gyr. 2022 hieß es dann, das Konzept der modularen Montage stehe kurz vor der Serienreife. Im nächsten Schritt wolle man das neue Produktionskonzept in eine größere Vormontage integrieren. Zur weiteren Entwicklung gab es seitens Audi noch kein neues Update.
Dafür gab jetzt die Fraunhofer Gesellschaft bekannt, bei einem Projekt mit ähnlicher Stoßrichtung einen entscheidenden Schritt weiter zu sein. Im Leitprojekt ‚Swap – Heterogene, auslastungsoptimierte Roboterteams und Produktionsarchitekturen‘ soll das Paradigma fest verketteter Fertigungssysteme ebenfalls durch den Ansatz flexibler und dynamischer Arbeitsstationen abgelöst werden. Die dafür eigens entwickelte IT-Architektur Swap-IT sowie die zugehörige Beschreibungssprache, die automatisiert generierte Produktionsaufträge und damit eine flexible Produktion ermöglichen, seien jetzt einsatzbereit. Genauso wie bei Audi bilden fahrerlose Transportsysteme auch bei der Fraunhofer-Lösung das Rückgrat. Wie schnell sich diese mobilen Einheiten aktuell entwickeln und in der industriellen Praxis breit machen, zeigen die Beiträge aus dem Schwerpunkt Mobile Roboter und FTS ab Seite 68 in dieser Ausgabe.
Zurück zu Swap: Sowohl Architektur als auch Beschreibungssprache stehen Interessierten und Anwendern künftig opensource zur Verfügung. Es wird spannend, ob und ggf. wie schnell die Technologie Einzug in die industrielle Praxis halten wird. Die offenen ROS-Standards haben es in der Fertigung bislang nicht sehr weit geschafft. Dass es aber immer mehr offene Lösungen für die Branche gibt, belegt der Beitrag unserer neuen Reihe ‚Aus der Forschung‘, bei dem es um eine offene Steuerungsarchitektur für Industrieroboter geht. Bleiben Sie also open minded! Ich wünsche eine spannende Lektüre.
Mathis Bayerdörfer
Chefredakteur ROBOTIK UND PRODUKTION. Egal wie gut es sich im Text versteckt: Kein doppeltes Leerzeichen ist vor ihm sicher.















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