Aktuelle Zahlen und Produkte

Dr. Kurt Schmalz präsentierte neben dem neuen Slogan auch die aktuellen Unternehmenszahlen.
Dr. Kurt Schmalz präsentierte neben dem neuen Slogan auch die aktuellen Unternehmenszahlen.Bild: TeDo Verlag GmbH

Im Dezember letzten Jahres lud Schmalz zu einer Presseveranstaltung an den Firmensitz in Glatten im Schwarzwald ein. Dort präsentierte der Firmenchef Dr. Kurt Schmalz nicht nur den neuen Slogan des Unternehmens, sondern auch ein Update zu Strategie und Zahlen. Mit dem neuen Slogan Beyond Gravity einher geht etwa ein verstärkter Fokus auf die Unternehmenskultur, der sowohl auf Kunden als auch die eigenen Mitarbeitern ausgerichtet ist. „Produkte kann man kopieren, Kultur nicht“, betonte Kurt Schmalz. „Deswegen haben wir 2024 weltweit einen Kulturkompass ausgerollt, der Werte, Führungsprinzipien und Umgangsregeln definiert.“

Mit Blick auf die aktuellen Zahlen ist der Geschäftsführer zufrieden, man erwarte für 2024 einen Umsatz auf Vorjahresniveau – 2023 wurden 284 Millionen Euro erwirtschaftet. Den Großteil des Umsatzes, rund 70%, erzielt Schmalz im Ausland. „Deswegen schauen wir sehr positiv in die Zukunft“, versichert Vetriebs-Chef Thomas Lichtenberger, trotz der momentanen konjunkturellen Lage. Schließlich sei jeder Markt mit Blick auf die jeweiligen Rahmenbedingungen, Anforderungen und Branchen verschieden.

Zentrale Märkte schwächeln

Während das Geschäft in Europa insgesamt verhalten ist, weil zentrale Märkte wie Deutschland, Frankreich oder Italien aktuell schwächeln, ziehen andere europäische Länder spürbar an – etwa Spanien, die Niederlande, Polen oder die Türkei. Ein kontinuierliches Wachstum generiert Schmalz seit Jahren in den USA, wo seit der Akquisition von Soft Robotics in diesem Sommer ein zweiter Standort existiert. Auch für Mexiko und Kanada ist Schmalz gewachsen und sieht noch viel Potenzial. Alles in allem beschäftigt das Unternehmen heute 1.800 Mitarbeitende verteilt auf 31 Standorte.

Pneumatischer Fingergreifer

Darüber hinaus standen die neusten Produkte aus dem Schmalz-Portfolio im Fokus der Presseveranstaltung. Darunter die neusten Greiferlösungen, wie z.B. der Fingergreifer mGrip, der aus dem Soft-Robotics-Portfolio stammt, das Schmalz im Sommer 2024 übernommen hatte. Die pneumatisch gesteuerte Lösung ist nicht nur flexibel und feinfühlig, sondern bei Bedarf auch sehr schnell. Im Hygienic Design konstruiert, soll der Greifer den Eintritt für Schmalz in die Lebensmittelindustrie beschleunigen, denn er kann durch die spezielle Geometrie der Finger viele verschiedene Produkte, von Gemüse über Backwaren bis Hühnerschenkeln oder Steak präzise und schonend aufnehmen. Auch die Handhabung empfindlicher oder außergewöhnlicher Oberflächen ist hygienisch und sicher möglich.

Die Fingermodule dafür stehen in verschiedenen Ausführungen zur Verfügung und können je nach Bedarf parallel, zirkulär oder in der Kombination aus beidem angeordnet werden. So lassen sich Traglasten bis 10kg und Werkstückbreiten bis 300mm abdecken. Das geschlossene System gewährleistet hohe Prozesssicherheit und Hygienestandards. Es lässt sich einfach von außen reinigen und erfüllt die Vorgaben von CIP und COP. Die leichte Bauweise prädestiniert die Greiflösung für den Einsatz an Cobots und anderen Leichtbaurobotern.

Modularer Flächengreifer

Ein weiteres Highlight aus dem Greiferportfolio von Schmalz ist der Flächengreifer FMG für die automatisierte Handhabung von ebenen und überwiegend saugdichten Werkstücken. Das Besondere: Durch den modularen Aufbau lässt sich beinahe jede Geometrie greifen. Anwender können den Greifer unkompliziert durch Module erweitern oder verkleinern. Dazu erstellt Schmalz eine spezifische Flanschplatte entsprechend der gewünschten Anordnung, an der die Module befestigt werden. Die Sauger lassen sich einzeln mit Druckluft aktivieren. Dadurch werden die Saugstellen über einen Stößel 10mm weit ausgefahren. So setzen nur die Sauger auf das Werkstück auf, die zum Greifen der Geometrie notwendig sind. Bewegliche Aktormodule erhöhen die Flexibilität auch darüber hinaus.

Aus der Redaktion: Frauke Itzerott
Ressortleiterin Robotik und Redakteurin ROBOTIK UND PRODUKTION. Hat einen Kollegen, der sich vor humanoiden Robotern fürchtet, kann ihn aber immer wieder beruhigen.