Cobots für das Retourenmanagement der Zukunft?

Mobile kollaborierende Roboter im E-Commerce-Lager

Cobots für das Retourenmanagement der Zukunft?

Das Wachstum im E-Commerce stellt Lagerbetreiber vor zwei großen Herausforderungen: Nicht nur wächst der Druck, die Produktivität bei der Auftragsabwicklung kontinuierlich zu steigern, parallel zum Bestellaufkommen. Auch das Volumen an retournierten Artikeln wird immer größer. Für die Logistik bedeutet deren Bearbeitung ein Wettrennen gegen die Zeit. Denn je länger es dauert, ein Produkt wieder einzulagern, desto größer ist der Wertverlust. Blickt man auf Lösungen zur Beschleunigung von Lagerprozessen, kommen oftmals kollaborative mobile Roboter zum Einsatz. Können sie auch das Retourenmanagement zukünftig unterstützen?

Der mobile Cobot Chuck von 6 River Systems nutzt maschinelles Lernen und KI, um auf Grundlage der aktuellen Aufträge Arbeitsabläufe und Lagerwege in Echtzeit anzupassen. (Bild: 6 River Systems)

Der mobile Cobot Chuck von 6 River Systems nutzt maschinelles Lernen und KI, um auf Grundlage der aktuellen Aufträge Arbeitsabläufe und Lagerwege in Echtzeit anzupassen. (Bild: 6 River Systems)

In der Retourenabwicklung ist Geschwindigkeit entscheidend, um den Restwert der Ware bestmöglich zu erhalten. Lagerbetreiber greifen für die Beschleunigung ihrer Prozesse oft auf automatisierte Prozesse zurück. Fest installierte Fördersysteme sind jedoch weniger geeignet, da Retouren in der Regel stark saisonabhängig sind und das Gesamtvolumen zwar hoch, die Stückzahl pro Artikel jedoch sehr gering ist. Gefragt sind daher skalierbare und flexible Lösungen. Eine Lösung sind kollaborative mobile Roboter, die insbesondere kleinteilige Bestellungen und schwankende Bestellvolumen unterstützen können. Grundsätzlich nutzen mobile Cobots wie Chuck von 6 River Systems maschinelles Lernen und KI, um auf Grundlage der aktuellen Aufträge Arbeitsabläufe und Lagerwege in Echtzeit anzupassen. Sie führen Mitarbeiter auf kurzen Laufwegen zu den Lagerplätzen und leiten sie durch ihre Aufgaben – dabei geht es entweder um die Kommissionierung von Aufträgen oder um das Einlagern von Nachschub und Retouren.

Prozesse kombinieren

Kombiniert mit den Kompetenzen des Lagerbetreibers im Wareneingang und in der Qualitätsprüfung, kann der Einsatz von Cobots die Konsolidierung von Artikeln mit dem aktiven Bestand produktiver und kostengünstiger gestalten. Wie bei der Kommissionierung helfen Cobots den Mitarbeitern, das retournierte Produkt auf dem kürzesten Weg zurück in das Inventar zu überführen. Noch effizienter wird dieser Prozess, wenn die Mitarbeiter gleichzeitig andere Aufgaben der Bestandsverwaltung erledigen. Sie können z.B. zurückgegebene Ware in aktive Kommissionierplätze zurücklegen und zugleich zur Disposition markierte Ware aufnehmen. Wenn die Ware immer noch zum Verkauf steht, aber zur Aktionsware wird, kann der Mitarbeiter sie für eine effizientere Kommissionierung näher an die Packstationen bringen. Cobots ermöglichen es Lagerbetreibern, die Retourenabwicklung nahtlos mit anderen Aufgaben der Bestandsverwaltung zu verzahnen.

Potenzial auch für das Ladengeschäft

Bei 6 River Systems integrieren wir unsere Lösung für die Abwick-lung von Retouren in das bestehende Retourenmanagement-system des Lagerbetreibers. So können wir dazu beitragen, die Bestandsverfügbarkeit durch eine effizientere Aufstockung zu verbessern und die hohen Kosten für Retouren zu reduzieren“, sagt Gillan Hawkes, Vice President of Product Management and Analytics bei 6 River Systems. „Diese Fähigkeiten gelten nicht nur für das Lager. Sie können auch im Ladengeschäft sowie in Dark-, Live- und Omnichannel-Stores eingesetzt werden.“ Denn auch filialseitig können Kunden oftmals Waren retournieren. Diese möchten jedoch, dass sich ihr Ladenpersonal auf die Bedienung der Kunden konzentriert und nicht auf die Bearbeitung von Retouren. Da sich jedoch das Volumen der Retouren parallel zum E-Commerce mit der Zeit immer weiter steigern wird, ist eine Lösung gefragt. Obwohl Cobots gerade auf kleineren Ladenflächen oft nicht genug Platz zum Arbeiten haben, bietet ihre intelligente Software auch hier großes Potenzial. „Wir möchten unser Knowhow auch den Umgebungen zur Verfügung stellen, in denen Cobots nicht eingesetzt werden können“, so Hawkes. „Daher machen wir unsere Fulfillment-Software inklusive Retourenmanagement auf Handheld-Geräten verfügbar. Ein Filialmitarbeiter kann die Rückgabe scannen und wird von seinem Handheld schnell zum Lagerort des zurückgegebenen Produkts geführt.“ Diese Lösung bietet die Vorteile des Cobots in einer kostengünstigeren Variante und ist für eine kleinere Umgebung mit einem geringeren Retourenaufkommen geeignet.

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