
Mit der Veröffentlichung der neuen Version VDA5050 2.1 vom Verband der Automobilindustrie (VDA) und dem VDMA wurden Formulierungen, Grafiken und Funktionen verbessert, wodurch der Standard präzisiert werden konnte. Diese Weiterentwicklungen sind besonders vielversprechend angesichts der stetig wachsenden Heterogenität von Flotten und der steigenden Nachfrage nach einem solchen Standard.
Standardisierte Implementierung
Die VDA5050-Implementierung für FTS war bisher immer mit erheblichem individuellen Aufwand verbunden. Eine älterere Version des Standards umfasst bereits über 70 Seiten, die zunächst gelesen und verstanden werden müssen, um eine erfolgreiche Anwendung zu gewährleisten. Das sorgt nicht nur für einen immensen Integrationsaufwand, sondern auch für Interpretationsspielraum bei der Umsetzung. Eine einheitliche Implementierung hingegen, die gemeinschaftlich erstellt, in unterschiedlichen Umgebungen durch die Community gestestet, gewartet und regelmäßig aktualisiert wird, liefert einen enormen Mehrwert, indem sie sowohl Kosten als auch Aufwand senkt. Mit wachsender Verbreitung könnte eine Opensource-Lösung sogar zum de-facto Standard für eine VDA5050-Implementierung werden, an dem Leitsteuerungshersteller wiederum ihre eigenen Lösungen testen und validieren könnten.
Flexibles Flottenmanagement
Eine solche Opensource-Lösung stellt die libVDA5050++ dar. Dabei handelt es sich um eine unabhängige Entwicklung des Fraunhofer IML. Sie ist eine generische Opensource-Umsetzung der VDA5050, mit der nahezu jedes FTS für den VDA5050-Standard ausgerüstet werden kann. „Die libVDA5050++ ermöglicht eine schnelle Nachrüstung bestehender sowie die unkomplizierte VDA5050-Inbetriebnahme neuer Fahrzeuge. Mit der libVDA5050++ können Fahrzeuge zudem kontinuierlich auf dem aktuellen VDA5050-Stand gehalten werden, ohne dass zusätzliche Anpassungen erforderlich sind“, erklärt Dennis Lünsch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Robotik und Kognitive Systeme am Fraunhofer IML. „Diese Opensource-Lösung hat alle 73 Seiten des Standards bereits umgesetzt und getestet und wird darüber hinaus bei uns am Fraunhofer IML stets aktiv weiterentwickelt.“ Dabei ist die libVDA5050++ jedoch auf eine gemeinschaftliche Durchführung – also den Einsatz der Lösung, das Erkennen von Fehlern sowie das Erstellen von Anforderungen für fehlende Funktionalitäten – angewiesen: Sie lebt von einer Community, die sich der Anwendung des Standards widmet. Die Umsetzung von libVDA5050++ erfolgt über den C++-Standard.
Gemeinschaftliche Entwicklung
Die libVDA5050++ wird durch das Fraunhofer IML gewartet und weiterentwickelt. Die Open Logistics Foundation stellt die Entwicklung als neutrale und gemeinnützige Organisation bereit. Dabei stellt die libVDA5050++ keinen wettbewerbsabhängigen Differentiator dar, sondern kann und sollte als gemeinschaftliche Lösung genutzt werden. Dadurch erhöht sich nicht nur die Verbreitung des VDA5050-Standards, sondern auch dessen Akzeptanz. Damit das Projekt langlebig bleibt, braucht es viele Nutzer, die basierend auf ihren Erfahrungen Feedback geben. Diese gemeinschaftliche Mitarbeit an der Weiterentwicklung des Standards ist ein zentrales Anliegen der Open Logistics Foundation. Mit dem Aufbau einer Community, die die Schnittstelle benutzt und Rückmeldung zur Umsetzung gibt, kann maßgeblich zur Verbesserung und flächendeckenden Etablierung des VDA5050-Standards beigetragen werden.
Praxisnahe Tests
Das AGV Mesh-Up des VDMA bietet den bestmöglichen Rahmen, um den VDA5050-Standard fahrzeugübergreifend zu testen. „Hersteller, die an den jährlichen Live-Test-Events für die Kommunikationsschnittstelle teilnehmen, können ihre Fahrzeuge sowie die Leitsteuerung hinsichtlich Schnittstellentauglichkeit in realen Szenarien unter praxisrelevanten Bedingungen prüfen“, betont Dennis Lünsch.















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