SLF liefert Hightech für die Deutsche Bahn

Die Beschichtung der ICE-Waggons erfolgt in Cottbus zukünftig automatisiert und präzise in den SLF-Kabinen mit Lackierrobotern von Fanuc.
Die Beschichtung der ICE-Waggons erfolgt in Cottbus zukünftig automatisiert und präzise in den SLF-Kabinen mit Lackierrobotern von Fanuc.Bild: Fanuc

In ihrem neuen Werk in Cottbus hält die DB ihre gesamte ICE-4-Flotte instand. Die Halle 1 wird aber so ausgelegt, dass auch künftige ICE-Baureihen dort in Schuss gehalten werden können. Damit wird das neue Werk in Cottbus als wichtiger Baustein für die Mobilitätswende in Deutschland und den Klimaschutz verstanden. Für die ICE-Instandhaltung wird das bestehende Werk um zwei neue Hallen erweitert: In der kleineren Halle 2 mit zwei Instandhaltungsgleisen läuft der Betrieb seit Januar 2024, bis 2026 soll die Halle 1 den Standort komplettieren. Diese Halle umfasst neben Instandhaltungs- und Inbetriebsetzungsgleisen auch ein Lackiergleis für einzelne Waggons.

Der in Halle 1 eingesetzte Lackierroboter P-250iB/15 ist mit seiner hohen Reichweite auf große Bauteile ausgelegt.
Der in Halle 1 eingesetzte Lackierroboter P-250iB/15 ist mit seiner hohen Reichweite auf große Bauteile ausgelegt. Bild: Fanuc

Strahlen und lackieren

Die Deutsche Bahn gehört seit vielen Jahren zu den Kunden von SLF Oberflächentechnik. Der im westfälischen Emsdetten ansässige Maschinenbauer entwickelt und baut auf den jeweiligen Kundenbedarf maßgeschneiderte Strahl- und Lackieranlagen sowie die passende Fördertechnik für die industrielle Oberflächenbearbeitung von großen Bauteilen. SLF-Anlagen sind weltweit in verschiedenen Branchen im Einsatz – die Schienenfahrzeugindustrie gehört dabei mit zu den wichtigsten Bereichen. Auch an mehreren Standorten der Deutschen Bahn sind bereits SLF-Anlagen für die Instandhaltung der DB-Flotte im Einsatz.

Für das moderne Werk in Cottbus kooperiert SLF mit der deutschen Landesgesellschaft von Fanuc und integriert deren Robotik und Automationstechnik in die Schleif- und Lackierkabinen. Insgesamt zehn Roboter sollen die Instandhaltung beschleunigen und Beschäftigte von körperlich besonders anspruchsvollen Tätigkeiten entlasten. Schleifer und Lackierer gehören zu den Berufsgruppen, in denen ein starker Fachkräftemangel herrscht. Zum Einsatz in Halle 1 kommt z.B. der Lackierroboter P-250iB/15, der für große Lackieraufträge ausgelegt ist. Sein flexibles Sechsachs-Design ist in seiner Montagekonfiguration an anspruchsvolle Lackieranwendungen anpassbar. Er verfügt über eine Handhabungskapazität bis 15kg und einen großzügigen Arbeitsbereich von 2.800mm. Der Lackierroboter ist vollständig Atex-konform und erfüllt die Normen der Kategorie 2 und der Gruppe IIG für einen sicheren Einsatz in gefährlichen Umgebungen der Zone 1. Die präzisen Zielabstände und Pistolenausrichtungen erlauben die Lackierung sehr großer Bauteile. Das patentierte hohle Handgelenk vermeidet Verunreinigungen durch Fremdkörper, die aus freiliegenden Farbschläuchen fallen.

In den fünf vollautomatischen Roboterzellen für die Halle 1 werden künftig einzelne Waggons automatisch vorgeschliffen und in den kombinierten Spritz- und Trockenkabinen (KST-Kabinen) mit Lackierrobotern neu beschichtet. In mehreren Arbeitsschritten werden Grundlack, Decklack, Kontrastlack und Klarlack aufgebracht. Dabei kommen auch wasserbasierte Lacke zum Einsatz, die als besonders umweltfreundlich gelten. Die Kabinen werden darüber hinaus mit speziell für die jeweiligen Arbeitsschritte konzipierten Hubarbeitsbühnen ausgestattet, damit die DB-Mitarbeitenden bei händisch ausgeführten Arbeiten, z. B. Vorbereitungs-, Lackier- und Finish-Tätigkeiten, die Oberflächen komfortabel erreichen können.

Hoher Automatisierungsgrad

„Wir haben in Abstimmung mit der Deutschen Bahn und Fanuc eine moderne Anlage mit hohem Automatisierungsgrad entwickelt, für die es auf dem Markt bisher keine vergleichbare Technik gibt,“ erklärt Jan den Hartog, Vertriebsingenieur bei SLF. Der technische Geschäftsführer Michael Bahlinghorst ergänzt: „Wir freuen uns sehr, Teil eines derart großen und prestigeträchtigen Gesamtprojekts zu sein.“ Der Auftrag ist für SLF der bisher größte Einzelauftrag. Gleichwohl ist man im Hauptwerk für die Abwicklung von Aufträgen dieser Kategorie und Dimension gut aufgestellt. Schließlich entwickelt und baut das Unternehmen regelmäßig Anlagentechnik bis hin zu kompletten Oberflächenzentren für größte Werkstücke für Anbieter aus Branchen wie dem Schienenfahrzeug- und Nutzfahrzeugbau, dem Windkraftanlagenbau oder dem klassischen Stahlbau.