
In einem interdisziplinären Forschungsprojekt der Technischen Universität München schafft eine modulare Nistfassade neue Lebensräume für Stadttiere wie Igel oder Haussperlinge. Für die Fertigung setzten die Forschenden u.a. auf den kollaborativen Roboter GoFa von ABB. In Kombination mit digitaler Planung, additiver Fertigung und klimasensitiver Geometrie entstand ein Prototyp für Biodiversität in urbanen Bauprojekten. Ein Paradebeispiel in Form eines additiv gefertigten Fassadenprototyps findet sich an der Südpolstation, einem Kinder- und Jugendzentrum im Münchner Stadtteil Neuperlach. Die Elemente aus keramischem Recycling-Ton bieten nicht nur ein Zuhause für Vögel und Kleintiere – mithilfe ihrer ausgeklügelten Geometrie schaffen sie auch ein günstiges Mikroklima an der Fassade. Die Tiefe der Module wurde anhand von Sonneneinstrahlungsdaten so kalkuliert, dass sich ihre Oberfläche selbst verschattet. So heizt sich die Gebäudehülle im Sommer nicht zu stark auf. Jedes der rund 100 Module, die im 3D-Druckverfahren gefertigt wurden, ist geometrisch einzigartig. Die Herausforderung: Um die Produktionsprozesse effizient, wiederholgenau und skalierbar zu gestalten, muss der weiche Tonstrang hochpräzise aufgetragen werden. Hier eröffnete der kollaborative Roboter GoFa neue Möglichkeiten. Im Fall der modularen Nistfassade unterstützte der Cobot zusätzlich zum 3D-Druck auch bei der Nachbearbeitung und Qualitätssicherung der empfindlichen Rohlinge. So setzt er die Elemente aus dem Druckbett um, legt sie platzsparend in Trockengestellen ab oder übergibt sie kontrolliert zur weiteren Bearbeitung.















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