
Das Potenzial, mit roboterbasierten Lösungen neue Kundengruppen zu erschließen, ist sehr groß – insbesondere bei KMU, für die klassische Automatisierungslösungen zu komplex, zu groß oder zu teuer sind. Ein zentraler Punkt ist die Flexibilität: Für Unternehmen in der Blechbearbeitung, die in kleineren Losgrößen variierende Formate produzieren, ist die herkömmliche Automation oft zu starr. Roboter sind grundsätzlich flexibler – allerdings bisher aufwändig in der Programmierung. Vereinfacht gesagt: Wenn sich das Produkt ändert, müssen die Anwender umprogrammieren. Genau an dieser Stelle lässt sich mit kamerabasierten Systemen und KI ansetzen. Diese Kombination schafft in Zukunft die Voraussetzungen, dass Roboter sehen lernen und sich gewissermaßen selbst programmieren können – ohne, dass kostspieliger, manueller Programmieraufwand entsteht.
Erste Lösungen in der Praxis
Eine solche Lösung haben wir bereits auf der Messe EuroBlech im vergangenen Herbst vorgestellt. Sie integriert Sensorik und eine kamerabasierte Erkennung, so dass der Roboter selbstständig geschnittene Blechteile sortieren kann. Erste Systeme befinden sich auch bereits bei Pilotkunden im Einsatz. Das nächste Ziel ist es, Anlagen noch autonomer zu gestalten. Dann erwarten wir Zeiten für Einfahrprozesse, die deutlich unterhalb aktueller Systeme liegen. Das würde die Einstiegshürde für viele Anwender deutlich senken.
Die Technologiefortschritte der vergangenen Jahre entwickeln sich exponentiell!
Paul Stumpf, Head of Global Robotics bei Trumpf im Bereich Werkzeugmaschinen
Exponentielle Entwicklung
Schon heute nutzen wir vortrainierte KI-Modelle, um etwa die passende Greifposition für unterschiedliche Bauteile schnell und effizient zu ermitteln. Sehr wichtig dabei ist, dass die Systeme lernen, dynamisch mit unvorhergesehenen Situationen umzugehen. Die Technologiefortschritte der vergangenen Jahre entwickeln sich hier exponentiell – wir stehen am Anfang einer Revolution. In Zukunft erwarten wir, dass selbst das Vortrainieren nicht mehr notwendig sein wird. Vermutlich werden wir bereits in den nächsten ein bis zwei Jahren solche Robotiklösungen sehen. Entscheidend ist: Die Technologie darf kein Selbstzweck sein – sie muss echten Mehrwert liefern. Daran messen wir uns.















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