Hochpräziser Roboter als Herzstück in Lichtlabor bei EDAG

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Bild: Edag Engineering Group AG

Bisher sind Mess- und Testausstattungen wie Goniophotometer, die zur Validierung von Designs oder für Zulassungsprüfungen am Ende der Fahrzeugentwicklung verwendet werden, nicht auf großflächige und außergewöhnlich breite Beleuchtungssysteme ausgelegt. Daher müssen solche Lichtinstallationen oft in aufwändigen Verfahren abschnittsweise gemessen und die Ergebnisse dann zusammengefügt werden. Das ist nicht nur zeitaufwändig, sondern auch anfällig für Fehler, da durch die wiederholte Umrüstung während des Testverlaufs Messungenauigkeiten entstehen können. Daher suchen Hersteller von Beleuchtungssystemen dringend nach Lösungen.

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Goniophotometer mit weiter Abdeckung

Die Edag Group hat deshalb ein eigenes Lichtlabor eingerichtet, das in der Lage ist, auch sehr große beleuchtete Bauteile präzise zu vermessen. Dazu gehören beispielsweise integrierte Front- und Rücklichtsysteme in Stoßfängern, durchgehende Lichtsysteme in der Fahrzeugbreite oder kombinierte Lichtsysteme aus mehreren Komponenten, die zusammen homologiert werden. Das im Lichtlabor installierte Goniophotometer ist eines der ersten in Europa, das komplette Lichtsysteme in der Größe von über 1m und einem Gewicht bis 250kg erfassen kann. Dies wird durch den Einsatz eines hochpräzisen Messroboters möglich, der die Bauteile in verschiedenen Winkeln und Positionen vermisst, um eine umfassende Lichtverteilungsanalyse sicherzustellen.

Testaufwand und Testdauer sinken erheblich und die Qualität der Ergebnisse steigt. Die Messdaten sind präziser und verlässlicher. Das hat zur Folge, das zuverlässigere Aussagen über das Zusammenspiel der einzelnen Beleuchtungselemente getroffen werden können. Praxisnahe Analysen der Beleuchtungseigenschaften sind entscheidend, um die Lichtfunktionen zu verbessern und je nach Funktion der Lichtquelle auch das Thema Sicherheit zu gewährleisten.

360°-Beleuchtungsvalidierung

Das neue Lichtmesszentrum bietet europaweit einzigartige Messungen für Full-Size-Beleuchtungssysteme unterschiedlicher Produktgruppen an. Das Service-Angebot umfasst:

  • Messung der Intensität: Goniophotometrische Messungen und Validierung der gesetzlichen Anforderungen
  • Messung des Farbortes: Untersuchung der dominanten Wellenlänge und des Farbortes und hochpräzise Messung
  • Messung der Leuchtdichte: Verteilung von Helligkeit und Farbverläufen von Lampen- und Gesamtbeleuchtungsszenarien sowie quantitative Auswertung der verschiedenen Statistiken
  • Messung der Lichtstärke: Pocket Lux für mobile Messungen und schnelle Bestimmung der Lichtstärke
  • Messung auf Fahrzeugebene: Vollständige Fahrzeugvermessung für Benchmarking oder andere Zwecke
  • Enger Kontakt zu externen Partnern für: UV-, VIS-, IR-Transmissions- und Reflexionsmessung sowie BSDF-Messungen und Integration in Simulationswerkzeuge

Eine der größten Herausforderungen bei der lichttechnischen Messung im Goniophotometer ist die Präzision der Winkelmessung. Da die Lichtstärkeverteilung in verschiedenen Winkeln gemessen wird, können bereits kleinste Ungenauigkeiten in der Winkelpositionierung zu fehlerhaften Ergebnissen führen. Daher ist es entscheidend, dass das Goniophotometer über eine hochpräzise Winkeljustierung und Kalibrierung verfügt.

Konstantes Messumfeld

Ein weiteres Problem besteht in der Stabilität der Lichtquelle. Lichtquellen, die während der Messung in ihrer Intensität oder im Spektrum schwanken, können das Messergebnis stark verfälschen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sowohl die Lichtquelle als auch die Temperatur des Messraums konstant gehalten werden, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Auch externe Störfaktoren wie Umgebungslicht und Reflexionen stellen eine Herausforderung dar. Um diese Einflüsse möglichst zu minimieren, sollte der Messraum lichtdicht sein und über geeignete Materialien verfügen, die störende Reflexionen verhindern. Mattschwarze Oberflächen an Wänden, Boden und Decke sind ideal, um präzise Messungen sicherzustellen.

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