
Zimmer baut seine Produktionskapazität kontinuierlich aus und hat kürzlich bereits neue Werke in China und Indien eröffnet. Der Fokus dort liegt auf dem lokalen Systemgeschäft, z.B. auf End of Arm Tooling (EOAT) oder siebten Achsen für Roboteranwendungen. Komponenten will das Unternehmen weiterhin ausschließlich in Deutschland fertigen. Die Systemkompetenz soll aber auch hierzulande auf ein neues Level gehoben werden – mit einer neuen Halle für das Tochterunternehmen Zimmer Systems am Stammsitz in Rheinau. Sie belegt, dass das Systemgeschäft – neben dem Geschäftsbereich Komponenten mit über 13.000 Produkten, in dem die Unternehmensgruppe ihre Ursprünge hat, und der Verfahrenstechnik (MIM und Kunststoffspritzguss) – als drittes Standbein für das Unternehmen immer wichtiger wird.

Eine Halle – fünf Technologiebereiche
Die Systems-Tochter mit rund 140 Mitarbeitenden ist mittlerweile in fünf Technologiebereichen aktiv:
1. End of Arm Tooling (EOAT)
2. Systemkomponenten
3. Mobile Robotik
4. Module und Zellen
5. Maschinen und Anlagen
Die neue Halle führt die Aktivitäten aus allen fünf Bereichen zusammen. Der Neubau in Hybridbauweise mit Holzdach umfasst 5.000qm Fertigungsfläche und rund 60 Büroarbeitsplätze auf weiteren 900qm. Als ausschlaggebend für das neue Werk gibt Gründer und Gesellschafter Martin Zimmer an: „Wir haben in der letzten Zeit sehr viel in die Innovation investiert. Deswegen war es jetzt dringend nötig, den nötigen Raum für entsprechende Projekte zu schaffen.“ CEO Achim Gauss ergänzt: „Die weltweit stark steigende Nachfrage in nahezu allen Produktbereichen erfordert für die kommenden Jahre eine umfassende und globale Expansionsstrategie.“

EOAT und Systemkomponenten
Mit seinen EOAT-Lösungen adressiert Zimmer Systems alle möglichen Anwendungen und Branchen, das Angebot umfasst etwa Multi-Tools, spezialisierte Bohrköpfe oder Greiflösungen für die Batteriefertigung. Seit rund 30 Jahren ist das Unternehmen in diesem Bereich tätig. Die Systemkomponenten, zu denen etwa spezielle Greifer und der Vorrichtungsbau zählen, haben ebenso eine lange Historie bei der Zimmer Group. War man dabei bis 2017 noch verhältnismäßig stark auf die Produktion von Verbrennungsmotoren und Getrieben im Automobilbereich ausgerichtet, ist mittlerweile der Shift in Richtung Elektromobilität vollzogen.
Dem technologischen Wandel folgend, hat sich das Systemangebot von reiner Mechanik über die Mechatronik hin zur Digitalisierung entwickelt. „Wir haben Zimmer Systems als eigene Unternehmenstochter ausgegründet, weil wir die zunehmend geforderte Systemkompetenz rein aus unserer Perspektive als Komponentenhersteller nicht mehr bedienen konnten“, erklärt Martin Zimmer. Das habe sich seitdem grundlegend geändert. So wurde das Leistungsspektrum von Zimmer Systems um drei weitere Technologiebereiche ergänzt: einbaufertige Module und Zellen, komplette Bearbeitungsmaschinen und Anlagen für die Holz- und Möbelindustrie sowie mobile Robotiklösungen und fahrerlose Transportsysteme.

Mobile Robotik
Die mobile Robotik ist noch ein recht junges Feld im Unternehmen. Dennoch kann man nach rund anderthalb Jahren bereits zwei spannende Lösungen vorweisen. Die mobilen ZiMo-Roboterzellen sind aktuell mit Cobots von ABB, Fanuc, Kuka und UR verfügbar. Bis auf die Kinematik handelt es sich um eine komplette Eigenentwicklung – einschließlich Programmieroberfläche und HMI-Visualisierung. Das Einsatzspektrum umfasst z.B. Pick&Place, Maschinenbeschickung oder Montageaufgaben. Ein wichtiger Fokus liegt auf einer einfachen Handhabung, um auch Mittelständler und Robotik-Einsteiger anzusprechen. Demnach ist nicht nur die Bedienung ohne Spezialwissen möglich. Smarte Arretierungen stellen stets eine korrekte Positionierung der mobilen Einheiten im Prozess oder an Werkzeugmaschinen sicher. Um die Lösung auf die jeweiligen Anforderungen abzustimmen, sind für ZiMo viele Optionen verfügbar, z.B. mit Blick auf die Sicherheitstechnik oder den integrierten Werkzeugwechsler Match.















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