Die Miles genannten mobilen Roboter (AMR) der Zimmer Group sind ebenfalls Eigenentwicklungen. Das Premiummodell mit 2.000kg Traglast wurde ursprünglich zusammen mit dem Maschinenbauer DMG für die mobile Werkzeugversorgung von CNC-Maschinen entwickelt – um die Dimensionen von Werkzeugspeichern direkt an den Maschinen zu reduzieren. Ein spezieller Aufbau mit integriertem Fanuc-Roboter übernimmt das Handling der Werkzeuge. Natürlich lässt sich der mobile Roboter auch ohne diesen Aufbau für den Palettentransport oder andere Aufgaben einsetzen. Mittlerweile wurde ein zweites AMR mit 1.500kg Traglast vorgestellt. Das Angebot komplettieren sollen dann weitere Modelle für 500 bzw. 3.500kg. „Auch eine Kombination von AMR und ZiMo ist künftig durchaus denkbar“, sagt Thomas Seeger, Geschäftsführer bei Zimmer Systems.

Schlüsselfertige Anlagen
Seit 2017 umfasst der Leistungskatalog von Zimmer Systems auch komplette Maschinen und Anlagen, die vorrangig auf die Holzindustrie ausgerichtet sind. „Angefangen hat es mit Losgröße1-Bohrmaschinen für die Möbelfertigung“, blickt Seeger zurück. „Das sind heute die schnellsten und zuverlässigsten Lösungen, die es auf dem Markt gibt.“ Voraussetzung für diese Alleinstellungsmerkmale war der Einsatz von Robotern – dadurch hebt sich die Lösung auch vom Wettbewerb ab. Neben dem Bohren übernehmen die Kinematiken auch das Nutfräsen oder das Anbringen von Beschlägen und bringen es so auf etwa 1.000 individualisierte Teile pro Schicht. In modularer Bauweise lässt sich die Anlage stets unkompliziert auf die jeweiligen Bedürfnisse des Kunden anpassen.
Eine zweite Spezialität sind Anlagen zum Sortieren und Entkoppeln von Spanplatten. Diese können schon mal eine Kapazität von bis zu 16.000 Teilen und Abmessungen von 50x40m haben. „Im Markt für schlüsselfertige Anlagen sind wir ein relativ kleiner Player“, fährt Seeger fort, „aber durch den mittelständischen Background sind wir ausgesprochen schnell und flexibel, was die Umsetzung von kundenspezifischen Wünschen angeht.“ Auch technologisch sind die Ansprüche sehr hoch – etwa in Bezug auf den digitalen Zwilling. Auf Basis der Simulations-Software ISG Virtuos lassen sich nicht nur das Engineering und die Inbetriebnahme vereinfachen. Der Digital Twin kann zur Früherkennung von Abweichungen oder Unregelmäßigkeiten auch parallel zum Anlagenbetrieb mitlaufen.
Eigenentwickelte Kinematik
Völliges Neuland wurde mit der Entwicklung eines CNC-Bearbeitungsroboters betreten, der unter anderem Nesting und Fräßen an unterschiedlichen Materialien durchführt. „Eine solche Anlage gab es auf dem Markt bisher nicht“, betont Thomas Seeger. „Deshalb mussten wir sie komplett selbst entwickeln.“ Herausgekommen ist der sogenannte Raptor, laut Seeger die steifste und genauste Roboterkinematik der Welt. Für möglichst hohe Zuverlässigkeit ist sie vollständig eingehaust – Staub und abrasive Materialien können ihr also nichts anhaben. Neben Holz kann der Raptor auch Composit-Materialien oder Aluminium bearbeiten. Um das System möglichst autonom umzusetzen, hat Zimmer Systems seine EOAT-Kompetenz hier ebenfalls eingebracht: „Über ein spezielles Wechselsystem versorgt sich der Raptor selbstständig mit den passenden Multifunktionsbohrköpfen mit allen elektrischen und fluidischen Übertragungen, einwechselbaren Hauptspindeln oder komplett einwechselbaren Handling-Geräten“, erklärt Seeger, „was ihm im Prozess die nötige Flexibilität verleiht.“ Der CNC-Bearbeitungsroboter soll im kommenden Jahr zur Marktreife und in die ersten praktischen Einsätze geführt werden.
Aus der Redaktion: von Mathis Bayerdörfer
Chefredakteur ROBOTIK UND PRODUKTION. Egal wie gut es sich im Text versteckt: Kein doppeltes Leerzeichen ist vor ihm sicher.















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