Weil beim AMP8000 die Servoverstärker direkt in die kompakten Motoren integriert sind, erwies sich das dezentrale Antriebssystem, mit dem Beckhoff auf modulare Maschinenkonzepte abzielt, für die Shuttle-Lösung als passend. Beim Tray-Handling kommt der dezentrale Servoantrieb AMP8031 zum Einsatz, in den Fahrachsen die Variante AMP8552 mit erhöhtem Rotorträgheitsmoment. Das abgesetzte Versorgungsmodul AMP8620 ist auf fünf Achsen ausgelegt – also ebenfalls exakt passend für diese Applikation bei Nobilia. Die Einkabellösung Ethercat P spart weiteren Platz. Durch die vorkonfektionierten Leitungen war der Verdrahtungsaufwand sehr gering. Ein weiterer Vorteil der integrierten Lösung: Die Antriebe können bei Bedarf vom Instandhalter getauscht werden. Es ist dabei kein Eingriff in die Programmierung erforderlich. Auch mit Blick auf die Sicherheitstechnik erfüllen die AMP-Antriebe mit integrierten Safety-Funktionen wie STO, SLS oder SS1 alle Forderungen. Die Auslegung mit Twincat Drive Manager erfolgt im gewohnten Beckhoff-Engineering.

Die Projektverantwortlichen David Müller von Nobilia, Julius Polldavid und Andreas Sträter, beide Beckhoff Anlagentechnik, und Herr Kellner von Hüttenhölscher (v.l.).
Die Projektverantwortlichen David Müller von Nobilia, Julius Polldavid und Andreas Sträter, beide Beckhoff Anlagentechnik, und Herr Kellner von Hüttenhölscher (v.l.). Bild: Beckhoff Automation GmbH & Co. KG

Montage und Test vorab

„Bei der mobilen Shuttle-Lösung haben wir technisches Neuland betreten, u.a. mit Wireless-Kommunikation und der dezentralen Antriebstechnik“, resümiert Kellner. „Wir hatten keine Vergleichswerte, auf die wir zurückgreifen konnten, und auch kein Referenzsystem.“ Umso wichtiger war es für den Anlagenbauer, schon vor der Installation und Inbetriebnahme bei Nobilia möglichst viel Erfahrung zu sammeln. Aus diesem Grund – und um den ambitionierten Zeitplan zur Umstellung der Anlage einhalten zu können – wurden die Shuttles komplett bei Hüttenhölscher montiert und getestet. „Wir mussten sie im Werk 2 quasi nur noch auf die Schiene setzen“, schließt Kellner. Seit Januar 2025 laufen die neuen Schubkastenanlagen in den beiden Werken im Regelbetrieb. „Gemessen an der Größe des Projekts ist die Umstellung der Fertigung auf das neue Sortiment mehr als gut gelaufen“, zieht Müller sein Fazit.

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