Das Unternehmen präsentiert in seinem neuen Automation Center eindrucksvoll, welche Bandbreite an automatisierten Lösungen es mittlerweile im Angebot hat. Und so folgten Ende Januar rund 85 europäische Fachjournalisten der Einladung nach Antwerpen. „Automation ist eines der heißesten Themen der Branche, denn sie kann Antworten auf alle heutigen Fragen geben – nach mehr Effizienz oder Leistung, nach geringeren Kosten oder mit Blick auf den Fachkräftemangel“, betonte Dr. Florian Heydenreich zu Beginn seiner Keynote beim Presse-Event. In diesem Zug räumte der Managing Director Sales & Services mit fünf Mythen auf:
- Automation ist teuer
- automatisierte Prozesse sind nicht zuverlässig
- Automatisierungstechnik ist noch nicht ausgereift
- die etablierten Intralogistik-Provider sind nicht innovativ
- Automation bleibt eine Blackbox für den Anwender
„Automation ist ein Grundpfeiler unserer Positionierung“, so Heydenreich. „Und dass diese Mythen nicht zutreffen, können wir im Automation Center wunderbar zeigen!“ Dazu hatte Still vier Stationen vorbereitet, die auf unterschiedliche Aspekte abzielten.
Station 1: Challenges
Anwender stehen heute stets unter Kostendruck, müssen aber parallel Effizienz und Performance steigern. Das funktioniert nur über höhere Durchsätze, flexible Lösungen und – mit Blick auf den Fach- bzw. Arbeitskräftemangel – Unabhängigkeit vom Arbeitsmarkt. Begrenzter Platz, unterschiedliche Ladungsträger und unstrukturierte Prozesse erschweren die Projektumsetzung. Mit Blick auf Automation wollen Kunden möglichst alles aus einer Hand – unabhängig vom Umfang der Lösung. Um Antworten auf diese Anforderungen zu geben, setzt Still auf Automationslösungen mit hoher Benutzerfreundlichkeit und schneller Implementierung, die auch in Brownfield-Umgebungen sicher, flexibel sowie zuverlässig funktionieren. Mit einer kurzen Inbetriebnahmezeit, hoher Interoperabilität gemäß der VDA5050 und einfacher Integration manueller Fahrzeuge können sich die Systeme nahtlos in bestehende Prozesse einfügen. Anpassungen sollen ebenfalls unkompliziert möglich sein, sodass Änderungen möglichst durch lokale Partner vor Ort oder den Kunden selbst vorgenommen werden können.

Station 2: Szenarios
Ein immer weiter wachsender Stellenwert in der automatisierten Intralogistik kommt der Software zu. Die größte Herausforderung besteht darin, verschiedene Softwareprodukte in einem Lager miteinander zu verbinden sowie manuelle Prozesse nahtlos zu integrieren. Dazu zeigte Still im Automation Center verschiedene Möglichkeiten:
- In einem typischen Lagereingangsprozess werden ein automatisierter FM-X iGo und ein manueller Stapler RX 20 werden durch die Software iGo flow gesteuert. Sie integriert Kundensysteme, verwaltet Transporte und verfolgt Materialien.
- Der Schubmaststapler FM-X iGo soll Automation für alle Unternehmen möglich machen. Er bietet moderne Lithium-Ionen-Technik, hohe Wirtschaftlichkeit durch Standardkomponenten und mit iGo easy eine unkomplizierte Integration in bestehende Strukturen sowie einfache Bedienung.
- Der automatisierte Hochhubwagen EXV iGo ist als Multitool positioniert. Er ist bei Still das erste industriell gefertigte fahrerlose Transportsystem und bietet sowohl Kostenvorteile als auch eine hohe Wartungsfreundlichkeit. Das neue, kompakte Modell AXV iGo wurde speziell für einfache Anwendungen gebaut und soll Einstiegshürden in die Automation senken – auch durch seine kurze Lieferzeit.
- Am Beispiel des Unterfahr-FTF AXH iGo zeigt Still Automationslösungen, die in besonderem Maße an die Kundenbedürfnisse anpassbar sind: hoch skalierbar, cloudbasiert und mit SLAM-Navigation.
- Beim individuell anpassbaren, vollautomatisierten Kompaktlagersystem iGo cube gewährleisten Standardkomponenten eine schnelle Projektumsetzung. Der Schmalgangstapler MX-X iGo erhöht die Effizienz auf sehr engem Raum. Dabei ist er auf volle ISO3691-4-Konformität und Brownfield-Nutzung ausgerichtet.
Station 3: Experiences
Mit Blick auf das Flottenmanagement bietet Still mit iGo easy und iGo systems zwei Automationslösungen, die sich in Skalierbarkeit und Komplexität unterscheiden. iGo easy ist eine schlanke, schnell implementierbare Lösung mit niedrigen Eintrittsbarrieren, geringem Abstimmungsaufwand und flexibler Erweiterbarkeit. Sie erfordert kein ERP/WMS und eignet sich für kleinere Projekte. iGo systems bietet hingegen eine geeignete Lösung für komplexe Anforderungen. Die Implementierung erfordert ein größeres Team und eine längere Projektlaufzeit, bietet jedoch mehr Anpassungsmöglichkeiten und höhere Skalierbarkeit.
Station 4: Practice
Einen spannenden Anwendungsfall präsentierte Yusen Logistics im Automation Center. Die Anforderung: Eine Automationslösung für ein 40.000qm großes Lager, die in einem integrierten System verwaltet werden kann und intelligente Ein- und Auslagerungsprozessen erlaubt. Die Fahrzeuge müssen sowohl in Umgebungsbedingungen von 15 bis 25°C als auch in kühlen Lagerumgebungen von 2 bis 8°C arbeiten. Das in Zusammenarbeit mit Still realisierte Lager wurde mit einem Schmalgangregalsystem und zehn MX-X-iGo-Schmalgangstaplern ausgestattet, sowie 18 automatisierten Hochhubwagen vom Typ EXV iGo mit sensorgestützter Positionierung. Sie liefern die Paletten an bestimmte Absetzplätze im Gang, wo die automatischen Stapler sie aufnehmen und einlagern. Dass gewährleistet einen hohen Palettendurchsatz bei kaum noch menschlicher Beteiligung.
Highlights auf der Logimat
Eindurcksvollen Einblick in das aktuelle Portfolio automatisierter Lösungen gewährt Still natürlich auch auf der Logimat 2025. Die zwei Live-Szenarien zeigen die Anwendung von iGo easy am Beispiel des Hochhubwagens AXV iGo sowie einen mit iGo systems synchronisierten vollautomatisierten Materialfluss. Bei letzterem interagieren stationäre Lösungen wie das Paletten-Shuttle-Lager iGo cube mit Serienfahrzeugen wie dem automatisierten Schubmaststapler FM-X iGo und dem Hochhubwagen EXV iGo.
Aus der Redaktion: Mathis Bayerdorfer
Chefredakteur ROBOTIK UND PRODUKTION. Egal wie gut es sich im Text versteckt: Kein doppeltes Leerzeichen ist vor ihm sicher.



















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