Flexibel automatisieren
Egal ob Losgröße 100 oder 10.000 – moderne Automatisierung muss flexibel sein. „Jede realisierte Robotiklösung muss heute eine gewisse Bandbreite an Bauteilvarianten abdecken. Nur so ist sie wirtschaftlich sinnvoll einsetzbar“, erklärt Michael Ott. Der Einsatz adaptiver Greiftechnik und modularer Stationen schafft hier die notwendige Flexibilität. Skalierbarkeit ergibt sich dabei nicht nur über die Stückzahl, sondern auch über die Wiederverwendbarkeit von Anlagenmodulen. „Dabei sollte auf ein modulares Maschinenkonzept gesetzt werden, das sich nicht nur anpassen, sondern auch erweitern lässt“, sagt Michael Ott. Denn auf diese Weise können auch wachsende Anforderungen oder neue Produktlinien abgebildet werden – ohne vollständig neue Anlagen zu beschaffen.
Schrittweise zur Lösung
Der Weg zur robotergestützten Prozessstrecke sollte strukturiert in fünf Phasen erfolgen: Analyse, Konzept, Verifizierung, Umsetzung und Inbetriebnahme. Im Zuge dessen müssen Nutzen für das Unternehmen, Prozesstauglichkeit und technische Umsetzbarkeit stets im Mittelpunkt stehen. „Die technische Verifizierung mit den Produktentwicklern ist dabei Pflicht und nicht nur optionale Kür“, so Michael Ott. „Nur so kann eine belastbare Grundlage für die Realisierung geschaffen werden.“ Bereits in der Konzeptphase werden daher Varianten durchgespielt, erste Layouts erstellt und Prozessketten visualisiert. In enger Abstimmung zwischen dem Unternehmen und seinem Automations-Umsetzungspartner entsteht so eine Lösung, die sowohl technisch funktional als auch wirtschaftlich tragfähig ist. Iterative Abstimmungs- und Optimierungsschleifen sorgen dafür, dass die Lösung im Projektverlauf stabilisiert und bei Bedarf nachjustiert werden kann.
Trends im Fokus
Die Zukunft der Robotik liegt in intelligenter Integration und der Optimierung bestehender Prozesse. Statt neue Fertigungslinien aufzubauen, wollen viele Unternehmen ihre bestehenden Systeme effizienter machen. „Klar zu erkennen ist hier ein Trend zur Nachrüstung und Effizienzsteigerung im Bestand“, beobachtet Michael Ott. Die verstärkte Nutzung kollaborativer Systeme, Fortschritte in der adaptiven Greiftechnik und perspektivisch KI-gestützte Prozesssteuerung markieren die Entwicklungsrichtung zusätzlich. Gleichzeitig rückt auch die Vereinfachung der Systembedienung stärker in den Fokus: Bedieneroberflächen sollen intuitiver werden, Inbetriebnahmen schneller ablaufen und Anlagen sich im Idealfall selbst kalibrieren. Robotik wird damit nicht nur zur Hochtechnologie, sondern zunehmend auch zur praktikablen Option für breitere Einsatzbereiche.















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