
Steht ein Werkzeugwechsel in einer Drehmaschine an, muss das neue Tool in den Werkzeughalter eingespannt und dieser manuell und zumeist mit hohem Zeitaufwand am Werkzeugrevolver in der Maschine vermessen werden. Wesentlich schneller erfolgt der Wechsel durch den kompletten Austausch des Werkzeughalters. Hierfür sind mitunter jedoch Investitionen in zusätzliche Halter erforderlich, um ein Mindestmaß an Flexibilität beim Werkzeugeinsatz zu erhalten.
Sauter Feinmechanik ist Systemanbieter für Werkzeugmaschinen, darunter Werkzeugaufnahmen für Zerspanungsprozesse. Das Unternehmen mit Sitz in Metzingen in Baden-Württemberg hat nun eine neue Werkzeugaufnahme für Drehmaschinen entwickelt, mit der nicht nur die Kosten für Werkzeughalter reduziert, sondern auch die Rüstzeiten durch einen automatisierten Werkzeugwechsel verringert werden können.

Modulares Schnellwechselsystem
Die Neuentwicklung Sauter SolidPro macht als integrierbarer Spannmechanismus aus Standard-Spannzangenwerkzeugen von Sauter ein modulares Schnellwechselsystem. Je nach Anforderungen an die Flexibilität können die Sauter-Werkzeuge mit dem Umbausatz auf das neue modulare Schnellwechselsystem umgerüstet werden und so mit den Anforderungen des Kunden wachsen.
Für einen Werkzeugwechsel direkt am Revolver muss nur der Betätigungsbolzen am Werkzeughalter gelöst werden. Danach lassen sich die voreingestellten Adapter wechseln, ohne hierfür den gesamten Werkzeughalter austauschen und neu einrichten zu müssen. Die neue, wirtschaftliche Lösung von Sauter Feinmechanik ermöglicht es somit erstmalig, verschiedene Adapter auf einfache Weise, binnen kürzester Zeit und mit hoher Wiederholgenauigkeit zu spannen. Während der Werkstückbearbeitung gewährleistet die Neuentwicklung zudem eine hohe Kraftübertragung des angetriebenen Werkzeugs. Da der Adapter außerdem für die Handhabung mit einem Robotergreifer konzipiert ist, kann der gesamte Werkzeugwechsel an Drehmaschinen nun vollständig automatisiert werden.

Flankierende Automatisierung
Fastems stellt hierzu ein neues Automatisierungskonzept vor, das im Wesentlichen aus einem Roboter für das Werkzeug- und Werkstück-Handling, Ablageplätze für die Werkzeugadapter und einer Software zur Steuerung der Automatisierung besteht. Darüber hinaus ist der Einsatz von AMR für die Logistik der voreingestellten Werkzeuge (Adapter inklusive Werkzeug) möglich. Im konkreten Einsatz muss der Roboter lediglich die Stellschraube am Spannmechanismus des Werkzeughalters lösen, um anschließend den Adapter mit dem Werkzeug aus der Spannvorrichtung zu ziehen und abzulegen. Das Rüsten eines neuen Adapters mit Werkzeug erfolgt in umgekehrter Reihenfolge: Einsetzen des Adapters in den Werkzeughalter, Spannen, fertig. Der komplette Werkzeugwechsel benötigt hierbei nur wenige Sekunden.
Hauptzeitparallele Werkzeugvoreinstellung
Während die Maschine die Drehteile bearbeitet, können die für die anschließenden Produktionsprozesse benötigten Werkzeuge hauptzeitparallel auf der Werkzeugvoreinstellung eingemessen und mit den entsprechenden Daten an die Maschine übertragen werden. Eine zusätzliche, zeitintensive Vermessung und Einrichtung eines Werkzeugs und Werkzeughalters am Revolver sind damit passé.















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