Zunächst fertigen die Roboter die Grundrahmen aus standardisierten Holzbalken. Mithilfe eines intelligenten Wechselsystem können die Roboter blitzschnell die massiven Balkengreifer, die die schweren Holzbalken präzise in Position bringen, durch spezialisierte Nagelpistolen austauschen.

Im Anschluss folgt ein technisches Highlight der Anlage: Ein von Holz Automation entwickelter Stabgreifer mit zwei Fanuc-Servoachsen führt die langen Stabilisierungstäbe millimetergenau durch die Module. Unterstützt von der Fanuc-Torque-Limit-Funktion erkennt der Roboter bereits den geringsten Widerstand und korrigiert seine Bewegungen in Echtzeit. Im Anschluss werden die Stäbe mit einer kleineren Nagelpistole fixiert. Die Servoachsen werden mit der Software-Option Servo Tool Change Function abgedockt und der Nagler gegriffen.

Danach bringen die Roboter die OSB-Platten mit einem Vakuumgreifer in Position. Der Roboter führt einen Klammernagler an den OSB-Platten entlang und befestigt diese mit 8 bis 12 Schuss die Sekunde. Tür- und Fensteröffnungen werden anhand der Baupläne vorperforiert und erst auf der Baustelle vollständig herausgeschlagen.

In der nächsten Station folgt die Dämmung mit Stroh. Dazu kommt zunächst eine Strohpresse zum Einsatz – eine Eigenentwicklung von Holz Automation, die es so auf dem Markt kein zweites Mal gibt. Sie verdichtet das lose Stroh unter hohem Druck zu vordefinierten Ballenformaten. Diese passen nicht nur perfekt in die Gefache der Wandmodule, sondern erfüllen auch höchste Anforderungen an Dämmwerte, Brandschutz und Schallschutz.

Beim Einführen der Strohballen fädelt der Roboter mit der Softwareoption Touch Skip zur Positionserkennung durch Messen der Motorströme den Strohballen in das Gefache. Mithilfe der siebten Servoachse von Fanuc und der intelligenten Kraftabschaltung Torque Limit (zur Überwachung des Motormoments bei einem Motor einer zusätzlichen Achse, z.B. zur Steuerung der Greifkraft bei einem Servogreifer) wird das Stroh in Richtung OSB-Platte geschoben, bis der Motor einen definierten Widerstand erkennt. Daraufhin stoppt er automatisch und fährt synchron mit allen sechs Achsen zurück, ohne den Ballen zu verschieben.

Zum Schluss wird überstehendes Material abgeschnitten. Eine fliegende Kreissäge mit Absaugung führt der Fanuc-Roboter an dem Bauelement vorbei. Diese reagiert auf die Drehzahl und Motorströme der Antriebe. Somit wird eine saubere Kante er- und das Bauelement fertiggestellt – bereit für die Baustelle.

 Ein eigens entwickelter Greifer mit Servoachse führt Stabilisierungsstäbe millimetergenau durch die Module.
Ein eigens entwickelter Greifer mit Servoachse führt Stabilisierungsstäbe millimetergenau durch die Module.Bild: Holz Automation GmbH

Hightech im Hintergrund

Gesteuert wird alles von der Fanuc-R-30iB-Plus-Steuerung, ergänzt durch Dual Check Safety (DCS), Kollisionserkennung und eine fein abgestimmte Kraftüberwachung durch die Torque Limit-Option.

Ein zentraler Leitrechner übernimmt die Produktionsplanung, steuert den Materialfluss und dokumentiert sämtliche Prozessdaten. Jeder Fertigungsschritt wird exakt nach den Plänen des Architekten ausgeführt, die direkt in den Leitrechner eingespeist werden. Jedes Modul erhält einen QR-Code, der alle Produktionsdaten lückenlos dokumentiert – von den eingesetzten Materialien bis zur Auslieferung.

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