
Das Einlegen von Inserts in ein Spritzgießwerkzeug ist ein kritischer Prozessschritt, der höchste Präzision erfordert. Eine falsche Positionierung kann zu Ausschuss oder gar zu Werkzeugschäden führen. Die Kunststofftechnik Jantsch GmbH, Spezialist für anspruchsvolle Kunststoffkomponenten aus Nürnberg, stand vor der Aufgabe, die Zuführung und Vereinzelung von Inserts für einen Folgeprozess zu automatisieren. Das Ziel: eine schnelle, zuverlässige und vor allem flexible Lösung, die sich nahtlos in die bestehende Produktion integrieren lässt und die manuelle Bestückung eines Übergabenests ersetzt.
Lösung nach dem Baukastenprinzip
Statt auf eine kostenintensive, starre Sondermaschine zu setzen, entschied sich Jantsch für die Ready-to-Use-Lösung VarioFeed von Variobotic. Dieser Ansatz basiert auf einem intelligenten Baukastenprinzip, bei dem bewährte Standardkomponenten zu einer maßgeschneiderten, aber dennoch flexiblen Zelle kombiniert werden. „Unser Ziel ist es, Automatisierung für jeden zugänglich zu machen, insbesondere für den Klein- und Mittelstand“, erklärt Peter Klement, CEO von Variobotic. „Starre Anlagen mit langen Amortisationszeiten sind für High-Mix-Produktionen oft keine Option. Mit unserem modularen System schaffen wir Lösungen, die sich schnell an neue Aufgaben anpassen lassen.“
Die Umsetzung im Detail
Bei der für Jantsch realisierten VarioFeed-Zelle wird diese Philosophie Realität. Die als Schüttgut zugeführten Inserts werden zunächst vom Herzstück der Zelle, dem VarioShaker 270, schonend und zuverlässig vereinzelt. Durch den gezielten Einsatz von Auflicht wird dabei eine optimale Erkennung der komplexen Teilestruktur sichergestellt. Ein Kamerasystem des Typs Visor Robotic V50 von SensoPart erfasst anschließend die exakte Position und Lage der vereinzelten Bauteile und übermittelt die Koordinaten in Echtzeit an den Roboter. Daraufhin greift ein Yaskawa Scara-Roboter SG650 die Inserts und setzt sie mit hoher Geschwindigkeit und Wiederholgenauigkeit auf die Dorne des Übergabenests. Gesteuert und synchronisiert wird dieses präzise Zusammenspiel von der Soft-SPS mit ihrem Betriebssystem Variobotic OS, das als Gehirn der Anlage fungiert. Es integriert alle Komponenten unter einer einzigen, intuitiven und webbasierten Benutzeroberfläche, was nicht nur die Inbetriebnahme, sondern auch die Bedienung und Umrüstung im laufenden Betrieb erheblich vereinfacht.

Zukunftssichere Produktion durch intelligente Modularität
Das Praxisbeispiel zeigt, dass moderne Automatisierung im Kunststoffspritzguss weder übermäßig komplex noch unflexibel sein muss. Der modulare Ansatz von Variobotic ermöglicht es Unternehmen, gezielt Prozessschritte zu automatisieren, die Effizienz zu steigern und die Abhängigkeit von schwer verfügbarem Personal zu reduzieren. Durch die Kombination von smarter Software und flexibler Hardware entstehen so kosteneffiziente Lösungen, die sich schnell amortisieren und Unternehmen für die Produktionsanforderungen von morgen rüsten.















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