
Wer Metallteile, Kunststoffbauteile oder Werkzeuge beschriften möchte, der greift immer häufiger zur Lasermarkierung. Der Vorteil liegt auf der Hand, denn eine Laserung ist dauerhaft, gut lesbar, eindeutig und ruft – vor allem im Falle des Werkzeugs – keine Unwucht hervor. Besonders die Lasergravur ist elegant und schnell. Wie schnell, das demonstriert Dina Reit, Geschäftsführerin von SK Laser, im Showroom ihres Unternehmens in Wiesbaden: Nachdem das Material, in ihrem Fall ein Bohrer, in die Lasermaschine eingelegt wurde, muss nur noch der passende Data-Matrix-Code am Computer geladen und platziert werden. Nach einem Knopfdruck senkt sich die Hubtür der Anlage und der Laser macht sich an die Arbeit. Das Markieren dauert gerade einmal eine Sekunde. Den Laserprozess hat das Unternehmen mit seinen Maschinen längst perfektioniert, aber es gibt bei den Kunden vor Ort eine weitere Herausforderung: Oft fehlt das Personal, um die Werkstücke in die Laseranlage zu legen und im Anschluss an den Prozess auch wieder zu entnehmen. „Automatisierung ist deshalb ein wachsendes Thema in der Branche“, erklärt Reit. Die Unternehmerin arbeitet an neuen Konzepten, die das Einlegen und Herausnehmen der Werkstücke automatisiert umsetzen. In Zusammenarbeit mit Igus hat ihr Team eine Demoanlage umgesetzt, die Laser und Cobot vereint.
Individuelle Kundenlösungen
„SK Laser hat sich auf die Herstellung von kundenspezifischen Laseranlagen spezialisiert“, sagt die Geschäftsführerin. Ein besonderer Fokus liegt auf der Oberflächenbearbeitung von Metallen, das reicht vom Markieren über das Gravieren bis hin zum Laserabtrag. Hinzu kommen aber auch das Schweißen von Kunststoffen sowie das Schneiden von Folien. Je nach Kundenwunsch liefert SK Laser seine Maschinen mit unterschiedlichen Lasertypen aus: Das Unternehmen bietet Faser-, UV-, CO2- und Grünlichtlaser an. „Wir bauen die Anlage genau passend für die jeweilige Applikation“, erläutert Reit. Gegründet wurde die Firma im Jahr 2005 von Reits Vater Christoph Kollbach, er hat SK Laser von einem Ein-Mann-Betrieb zu einem Maschinenbauer mit mittlerweile 20 Mitarbeitern entwickelt. 2019 kam dann Tochter Dina ins Unternehmen, anders als lange geplant. Denn eigentlich hatte sie Wirtschaftswissenschaften in einem Doppelstudium mit Kunstgeschichte und Philosophie studiert und wollte anschließend Museumskuratorin werden. „Das war allerdings gar nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe“, sagt Reit im Rückblick. Also entschied sie sich, noch einen Master in Management zu absolvieren und stieg in den väterlichen Betrieb ein – mit Erfolg. Nun sind Vater und Tochter beide Geschäftsführer, Kollbach unterstützt in Teilzeit. Reit ist sich ihrer Verantwortung für die Firma und der Notwendigkeit von Sichtbarkeit bewusst: Auf LinkedIn hat sie als Maschinenbau-Influencerin 50.000 Follower, teilt dort ihre Arbeit rund ums Lasern. Mit dem Rebel-Cobot zeigt sie, welche Potenziale in der Automatisierung von Laserprozessen liegen.

Flexible Anwendung möglich
Der Einsatz eines Roboters eignet sich vor allem aufgrund seiner Flexibilität. Denn die Laseranlagen sind sehr unterschiedlich: Manche Maschinen nutzen eine Hubtür, andere setzen auf ein Achs- oder Linearfördersystem, wieder andere verwenden eine Kameralösung zur Automatisierung. Der Rebel ist für eine große Bandbreite der notwendigen Arbeiten geeignet. Je nach Anforderung ist er mit vier, fünf oder sechs Achsen ausgestattet, die einen großen Bewegungsspielraum erlauben. Selbst die Erweiterung um eine siebte Achse ist möglich. Er bietet eine maximale Nutzlast von 2kg und eine Wiederholgenauigkeit von ±1mm. Die maximale Reichweite beträgt 664mm, er wiegt nur 8,2kg. Standardmäßig bei jedem Roboter mit dabei ist die lizenz- und kostenfreie Steuerungssoftware Igus Robot Control, mit der der Rebel intuitiv programmiert, simuliert und gesteuert werden kann. Durch ihren einfachen Aufbau eignet sich die übersichtliche Software nicht nur zur Steuerung des Cobots, auch Delta-, Portal- und sonstige Mehrachsgelenkroboter werden damit gesteuert. Durch die Simulation muss der Roboter nicht für jeden Schritt angeschlossen werden.

Lowcost-System
Und so kommt es auch, dass der Rebel schon kurz nach der Installation zielgenau einen Bohrer greift und in die Lasermaschine legt. „Der Roboter macht eine dauerhafte Produktion möglich“, sagt Reit zufrieden. Sie schätzt, dass das Zusammenspiel zwischen Rebel und Lasermaschine den Markt anspricht. Denn neben der Aufrechterhaltung von Qualitätsstandards geht es in der aktuellen Wirtschaftslage oft auch um Kostenreduktion. „Da ist der Rebel als Lowcost-Lösung der richtige Fit für kostensensible Kunden“, so Reit. Die Lösung überzeugt auch Kai Schmitz, Produktmanager Automatisierungstechnik & Robotik bei Igus: „Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie vielfältig einsetzbar unsere Roboterlösungen sind“, erklärt er.
Die Zusammenarbeit von Igus und SK Laser reicht bereits viele Jahre zurück, u.a. ist in der Hubtür der Lasermaschine eine Drylin-E-Antriebsachse verbaut. Weitere Projekte sollen in Zukunft angestoßen werden. „Wir freuen uns immer über die Möglichkeit, gemeinsam mit den Kunden vor Ort Neues auszuprobieren“, sagt Schmitz. Reit unterschreibt die Bereitschaft auch für SK Laser: „Der Mittelstand tut gut daran, zu kooperieren. Gemeinsam sind wir stärker.“















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