Bestmögliche Auslastung

Im System von Kostwein befinden sich insgesamt 18 Paletten (630x630mm) auf drei Ebenen mit zwei unterschiedlichen Höhen, was vor allem den Kinematiken der Maschine geschuldet ist: 900mm für die Fünfachs-Bearbeitung und 1.200mm für die Vierachs-Bearbeitung von Werkstücken, wobei die Maschine mittels Nullpunkt-Spannsystem direkt aus dem Palettenspeicher beladen wird. Je nach Auftrag, Bauteilgröße und Komplexität der Bearbeitung kann die Anzahl der Werkstücke pro Palette zwischen Stückzahl 1 und 8 variieren. „Durch unsere verschiedenen Aufspannungslösungen sind wir hier allerdings sehr flexibel“, meint Kostwein.

Aufgrund der hohen Kapazität des FPT, des großen Magazins der Grob G552 mit rund 430 Werkzeugen und nicht zuletzt der Möglichkeit, die Paletten hauptzeitparallel zu rüsten bzw. für die Mehrseitenbearbeitung umzuspannen oder Fertigteile auszuschleusen, werden nach Aussagen von Baumann Schichten mit längeren mannarmen Zeiten erreicht.

„Zudem haben wir stets das Bestreben, das System mit für das Simultanfräsen vorgesehenen Langläufern in einer dritten unbemannten Schicht weiterlaufen zu lassen. Ohnehin achten wir natürlich immer darauf, so viele Teile wie möglich auf eine Palette zu bekommen, damit die Maschine auch während der Tagschichten möglichst ausgelastet ist. Das ist keine leichte Aufgabe, da wir immerhin pro Woche in der gesamten Fertigung eine Neuteilequote zwischen 20 bis 30 Prozent haben“, so Kostwein.

Automatisierungssoftware als zentraler Leitrechner

Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Kriterium für die Automatisierung mit dem FPT ist nach Meinung von Baumann die Manufacturing Management Software (MMS) von Fastems. Obwohl Baumann schon allein aus vielfältigen eigenen Erfahrungen mit dem Begriff Leitrechner eher vorsichtig ist, verdient die MMS aus seiner Sicht dieses Prädikat mit Recht. Und das aus mehreren Gründen.

Anders als konventionelle Automatisierungssoftware, die von einem Mitarbeiter bedient wird und daher eher passiv reagiert, leitet die MMS den Bediener aktiv durch die Fertigung. So ist die MMS u.a. in der Lage, die Produktion bis zu 96 Stunden im Voraus zu planen, und übernimmt hierbei auch deren Ausführung und Überwachung, inklusive der NC-Programm- und Werkzeugverwaltung. Da die MMS vor jedem neuen Produktionsauftrag einen sogenannten Ressourcen-Check durchführt, weiß sie z.B. genau, welche Rohteile, NC-Programme und Paletten hierfür notwendig sind und überwacht vor diesem Hintergrund überdies die Werkzeugstandzeiten. Der Bediener wird somit von der MMS stets rechtzeitig über fehlende Ressourcen informiert.

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