
Nach 15 Jahren des Bestehens kommt das European Robotics Forum erstmals nach Deutschland. In der Liederhalle in Stuttgart trifft sich im Frühjahr 2025 die europäische Robotik-Community auf ihrem Flaggschiff-Event. Das ERF ist das wichtigste Treffen zur Robotik und KI in Europa und hat dieses Jahr das Motto ‚Boosting the Synergies between Robotics and AI for a stronger Europe‘. Das Ziel: Forschung und Industrie zusammenbringen, den aktuellen Stand von Robotik und KI auf großer Bühne präsentieren und kommende technologische Entwicklungen mitgestalten.
General Chair der Veranstaltung ist Werner Kraus, Leiter des Forschungsbereichs Automatisierung und Robotik am Fraunhofer IPA. Er freut sich insbesondere, das ERF im Jahr der Robotik, wie es bereits in der Presse ausgerufen wurde, nach Stuttgart zu bringen und es als Plattform und Katalysator für neue Innovationen zu nutzen: „Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gilt die Robotik als die Technologie zur Wohlstandssicherung. Baden-Württemberg gestaltet diese Zukunft mit dem starken Robotikökosystem aus Anwendern und Lieferanten von KI-Robotik-Lösungen mit. Mehr denn je braucht es neue Ideen, wie sie das ERF bieten wird. Für die vielfältige Unterstützung bin ich sehr dankbar, denn erst sie macht ein solch großes Event möglich.“
Auf dem ERF 2025 werden viele Robotikentwicklungen aus Deutschland zu sehen sein. „Wir werden viele Einblicke in das geben, was in Deutschland passiert, einschließlich praktischer Industrieanwendungen. Wir befinden uns hier in Stuttgart mitten in einem Automatisierungs-Hotspot, der vor allem von der Automobilindustrie getragen wird. Wir haben viele Automatisierungsanbieter, z.B. für Greifer oder Sicherheitstechnik, in der Nähe, und diese Nähe macht das ERF in diesem Jahr noch industrieorientierter“, so Kraus.

Forschung und Industrie zusammenbringen
„In der zunehmenden Verbindung von künstlicher Intelligenz, kognitiven Systemen und maschinellem Lernen mit der Robotik liegt großes Potenzial für unsere Wirtschaft und Gesellschaft. Dabei ist es gerade für Deutschland und Europa essenziell, nicht nur Nutzer, sondern Entwickler dieser Lösungen zu sein. Nur so können wir aktiv Standards setzen und uns im internationalen Wettbewerb nachhaltig in eine führende Position bringen“, sagt Prof. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. „Die Fraunhofer-Gesellschaft leistet hier einen wichtigen Beitrag, indem sie Technologien weiterentwickelt und zugleich Unternehmen und den Mittelstand dabei unterstützt, die Potenziale der Service- und Industrierobotik voll auszuschöpfen. Ich freue mich, dass wir das European Robotics Forum als wissenschaftlicher Kooperationspartner unterstützen.“
Der europäische Robotikverband euRobotics ist mit dem Fraunhofer IPA als wissenschaftlichem Kooperationspartner sowie gemeinsam mit einer Eventagentur für die Veranstaltung verantwortlich. Der Präsident von euRobotics, Bernd Liepert, sagt: „Bereits vor der formalen Gründung von euRobotics im Jahr 2012 ist das ERF mit seinen Vorläuferveranstaltungen seit 2010 Teil unserer Geschichte. Seitdem trägt es maßgeblich dazu bei, Forschung und Industrie zusammenzubringen. Als Robotikverband für den gesamten europäischen Kontinent nehmen wir immer eine internationale Perspektive ein.“
Eine Veranstaltung, viele Formate

Eine Ausstellung von Roboter- und KI-basierten Anwendungen im Stil einer Fachmesse ergänzt das Programm. Darüber hinaus spielen das Netzwerken und der fachliche Austausch eine große Rolle – z.B. auf zwei Abendveranstaltungen und bei Vor-Ort-Besuchen im regionalen Robotikökosystem.
Außerdem wird es ein B2B-Matchmaking sowie eine Investor Tip Session geben, ähnlich wie es beim ERF 2023 in Dänemark der Fall war. Und natürlich ist auch die Grundlagenforschung Teil des ERF. Materialwissenschaft und Soft-Robotik sind z.B. Schlüsselbereiche, die behandelt werden. Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sind in diesem Jahr ebenfalls Schwerpunktthemen, z.B. die robotergestützte Demontage von Elektroautobatterien, die während der Laborbesichtigung des Fraunhofer IPA vorgestellt werden.
Scientific Track und Public Engagement
Das ERF vereint dabei vielfältige Veranstaltungsformate. Keynotes, Vorträge und Workshops machen einen großen Teil des breit gefächerten Programms aus. So können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer z.B. zwischen mehr als 50 Workshops zu Themen wie Anwendungstrends in der Industrie- und Servicerobotik, generativer KI in der Roboterprogrammierung und -steuerung, zur KI-Verordnung (AI Act) oder zu humanoiden Robotern wählen. Darüber hinaus können sich Einzelpersonen und Unternehmen für mehrere euRobotics-Awards bewerben, die während des ERF verliehen werden.
Den Scientific Track, also den wissenschaftlichen Programmteil, gibt es erst zum zweiten Mal. Er war bei seiner Premiere auf dem ERF 2024 in Rimini sehr erfolgreich und wird von der Universität Stuttgart gemeinsam mit dem Fraunhofer IPA gestaltet. Das Fraunhofer IAO wird Programmpunkte zum Thema Future of Work beisteuern. Überdies wird das ERF großen nationalen und internationalen Initiativen wie dem Robotics Institute Germany, dem Projekt RoX – Digitales Ökosystem für KI-basierte Robotik oder dem ROS-Industrial-Konsortium für Open-Source-Software eine Plattform bieten.
Eine Poster Session zielt darauf ab, die innovativsten Konzepte zu identifizieren und zukünftige Entwicklungen in der Robotik anzustoßen. Interessierte Autoren haben dafür eine Zusammenfassung ihrer Forschungsarbeit eingereicht.
Zum ersten Mal sind kostenfreie Programmpunkte in den Wochen vor und während des ERF geplant, die im Sinne des Public Engagement Interessierte aus allen Bereichen der Gesellschaft ansprechen, informieren und in den Austausch über Robotik und KI bringen sollen. Diesen Programmteil bringt Cyber Valley, Europas Zentrum für Exzellenz in KI und moderner Robotik, als weiterer Kooperationspartner in die Veranstaltung mit ein.
Pressekonferenz und Podiumsdiskussion
Im Anschluss an die Eröffnung ist eine Pressekonferenz mit Podiumsdiskussion über den Status und die Möglichkeiten Europas in Bezug auf Robotik und KI-Lösungen geplant, die sich insbesondere an Medienvertreterinnen und -vertreter richtet. Daran werden auch der General Chair Werner Kraus vom Fraunhofer IPA sowie die Co-Chairs Matthias Peissner (Fraunhofer IAO), Professor Alexander Verl und Professor Marco Huber (beide Universität Stuttgart) sowie Rebecca C. Reisch (Geschäftsführerin Cyber Valley) teilnehmen. Bernd Liepert wird vonseiten euRobotics vertreten sein.















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