Hema-Schutzsystem mit Platzspareffekt

Die Firma MOB, Teil der MTM-Gruppe, ist auf industrielle Teilereinigungssysteme spezialisiert. Das Besondere an den Rundtakt-Haubenreinigungsanlagen des Typs Omega: Sie führen bis zu zwölf Bearbeitungsschritte zeitgleich aus, um die von der Automobilindustrie geforderten Taktzeiten einzuhalten. Dazu zählen neben Ultraschall-, Flutinjektions- und Spritzreinigung auch verschiedene Trocknungs- und Entgratungsverfahren.

Die Anlagen sind mit einer zweiteiligen Behandlungskammer ausgestattet. Der eine Teil besteht aus einem Drehgestell-Segment mit Dichtplatte, das fest am Rotationskreis angebaut ist. Hier befindet sich die Werkstückaufnahme. Den zweiten Teil der Kammern bilden stationäre Hauben mit Applikationseinrichtungen wie Spritzdüsen oder Lanzen. Das Drehgestell taktet die Kammerhälften von Behandlungsposition zu Behandlungsposition weiter. Die Lanzen und Spritzdüsen führen dann an jeder Behandlungsstation den jeweiligen Reinigungsvorgang aus.

Bei der Konstruktion der Dachabdeckung musste eine Aussparung für den Roboterarm berücksichtigt werden.
Bei der Konstruktion der Dachabdeckung musste eine Aussparung für den Roboterarm berücksichtigt werden.Bild: Märkische Oberflächenanlagen- und Behälterbau GmbH (MOB)

Bei der Konstruktion der Anlagen standen die Ingenieure allerdings vor einigen Herausforderungen. Eine davon war die Planung der Dachabdeckung: Sie musste mit einer Aussparung für die Durchführung der robotergeführten Hochdruck-Reinigungslanze versehen werden. Da die Eigenkonstruktion die Bewegungsfreiheit des Roboterarms, der die Reinigungslanze trägt, einschränkte, entschloss sich MOB, einen Zulieferer zu beauftragen – die Firma Hema Maschinen- und Apparateschutz.

Faltenbalg als Sonderlösung

Hema entwickelte auf Basis des robusten Samurai-Faltenbalgs für Hochgeschwindigkeitsanwendungen eine Dachabdeckung mit integrierter Aussparung. Sie bietet ausreichend Platz für die Bewegungen des Roboterarms, der wahlweise mit einer Hochdruck-Reinigungslanze oder mit Bürstwechselsystemen ausgestattet werden kann. Das Besondere an der Abdeckung ist die schwimmende Lagerung. Das Spindelfenster wird nur mithilfe des Roboterarms bewegt. Um den Kraftaufwand für den Roboter dabei so gering wie möglich zu halten, wurden an der Dachabdeckung Rollenführungen montiert, die ein sanftes Gleiten ermöglichen. Auch die Planung der Aussparung für die Reinigungslanze war anspruchsvoll: Hier mussten die Experten die Tatsache berücksichtigen, dass das Mantelrohr, das den Roboterarm vor mechanischen Beschädigungen schützt, nicht immer rechtwinklig zur Abdeckung ausgerichtet ist.

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Bild: Märkische Oberflächenanlagen- und Behälterbau GmbH (MOB)

Auch für diese Aufgabenstellung wurde eine Lösung gefunden: Jede der verfahrenden Achsen der Teilereinigungsanlage wird von einem Samurai-Faltenbalg geschützt. Damit der Roboterarm samt Schutzrohr und Reinigungslanze bis auf wenige Millimeter an die Kabinenwand heranfahren kann, wurden die Faltenbälge im Außenrahmen etwas hochgesetzt. Ihre Lamellen befinden sich dadurch komplett über der Kabine und nicht zwischen den Kabinenwänden. Das hat neben der größeren Bewegungsfreiheit für die Reinigungslanze noch einen weiteren Vorteil: Sie ermöglicht es, für zwei Omega-Anlagen mit unterschiedlichen Abmessungen die gleiche Dachabdeckung einzusetzen.