Kompakt und flexibel palettiert

Die Palettierlösung mit Cobot und kleinem Footprint konnte direkt in die bestehende Produktion des Käseherstellers integriert werden.
Die Palettierlösung mit Cobot und kleinem Footprint konnte direkt in die bestehende Produktion des Käseherstellers integriert werden.Bild: Netelco

Der Systemintegrator Netelco hat den Käsehersteller Epirus bei der Umsetzung dieser Cobot-Lösung unterstützt. Er stand dabei vor drei Herausforderungen, die auch anderen Mittelständlern gut bekannt sind:

  • die Investition sollte sich auf einen Roboter fokussieren
  • der Roboter muss im gleichen Arbeitsraum wie die anderen Mitarbeitenden tätig sein
  • die Lösung sollte möglichst platzsparend und kosteneffizient sein.

Kleiner Footprint

Weil sich auf diese Weise alle Anforderungen lösen ließen, bildet ein KR1410-Leichtbauroboter von Kassow Robots den Kern der umgesetzten Lösung. Eine Conveyor System Varioflow Line von Bosch Rexroth führt dem Cobot die Kartons zu, der sie dann palettiert. Der Roboter mit sieben Achsen hat eine Reichweite von 1.400mm sowie eine Traglast von 10kg. Er kümmert sich um das End-of-line-Palettieren von Kartons in elf Lagen auf eine Europalette – jede Lage umfasst wiederum 33 Kartons. Der Leichtbauroboter greift mit einem von Netelco entwickelten Aluminiumgreifer die einzelnen mit Fetakäse-Päckchen bestückten und nach oben offenen Karton an der Seite. Zwischen die Lagen wird – ebenfalls vom Cobot – zum Stabilisieren eine Pappe platziert.

„Unsere Wahl fiel auf einen siebenachsigen Cobot von Kassow Robots“, berichtet Polychronos Papadopoulos, Gründer und Managing Director des Systemintegrators, über die Umsetzung. „Der Leichtbauroboter eignet sich gut für den Einsatz im Mittelstand und kombiniert großen Gestaltungsspielraum sowie Flexibilität mit einen kleinen Footprint.“ Im Gegensatz zu klassischen Industrierobotern, die aufgrund ihrer massiven Bauweise und hohen Geschwindigkeit eingezäunt werden müssen, dürfen die Kassow-Cobots nach einer Risikoanalyse in der Nähe der Mitarbeitenden arbeiten. „Die 7. Achse des Roboters und die daraus resultierende Fähigkeit, ums Eck zu greifen, ermöglichte es bei Epirus, die Lösung mit nur einem Cobot umzusetzen“, so der Netelco Chef weiter. „Für ein Konzept mit einer herkömmlichen Sechsachskinematik, hätte es in der Produktionsstätte gleich zwei Roboter gebraucht.“ Durchaus relevant sei für den Anwender auch der Aspekt gewesen, verschiedene, auch kleine und mittlere Losgrößen kosteneffizient zu realisieren. Da die Cobots von Kassow Robots über eine unkompliziert zu nutzende Benutzeroberfläche einfach programmiert werden, seien solche Aufgaben für jeden technikaffinen Mitarbeitenden schon nach einem kurzen Training umsetzbar.

Da das Modell KR 1410 sieben Achsen hat, ist der geforderte Palettierprozess mit nur einem Cobot umsetzbar.
Da das Modell KR 1410 sieben Achsen hat, ist der geforderte Palettierprozess mit nur einem Cobot umsetzbar.Bild: Netelco

Einfache Programmierung, neue Chancen

Vom Endkunden Epirus hervorgehoben wird, dass der Cobot aufgrund seiner Beweglichkeit nicht nur den Einsatz eines zweiten Roboters überflüssig machte, sondern auch sehr zügig und exakt arbeitet. Und sich flexibel anpassen lässt. Das ist deshalb sehr relevant, da er verschiedene Palettiervorgänge mit unterschiedlich großen mit Käsepackungen gefüllten Kartons beherrschen muss. In dieser Hinsicht betrachtet der Hersteller seine Cobots als multifunktional. „Cobots können je nach Bedarf einfach für verschiedene Aufgaben eingesetzt werden. Das sollten Unternehmer bei der Investition immer berücksichtigen und prüfen, für welche weiteren Aufgaben der Roboter parallel oder künftig genutzt werden könnte,“ empfiehlt Dieter Pletscher, Global Sales Manager von Kassow Robots.

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Polychronos Papadopoulos, Netelco – Bild: Netelco

Anwendern, die erstmals einen Cobot im Betrieb einsetzen wollen, empfiehlt Pletscher dennoch, immer einen Systemintegrator als Partner ins Boot zu holen – zumindest beim ersten Projekt: „Die Erfahrung der Systemintegratoren – bei der Integration des Roboters in bestehende Produktionsabläufe, der Kommunikation zwischen verschiedenen Abläufen oder in Bezug auf die Sicherheit – ist sehr viel wert.“ Mit Blick auf die Produktionsteams beim Anwender resümiert Cobot-Experte Papadopoulos: „Mitarbeitende, die bisher das Palettieren übernehmen mussten, können sich nun um Aufgaben kümmern, die einen höheren Wertbeitrag liefern. Insofern lohnt sich der Einsatz des Cobots sowohl für das Unternehmen als ganzes, da man kosteneffizienter produzieren kann, als auch die hier arbeitenden Menschen.“