Über Wachstum und den Robotikmarkt

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Frauke Itzerott, Ressortleiterin Robotik und Redakteurin, ROBOTIK UND PRODUKTION – Bild: TeDo Verlag GmbH

Die deutsche Robotik- und Automationsbranche musste im letzten und auch bereits in diesem noch jungen Jahr einige Rückschläge aushalten. Der VDMA veröffentlichte für 2024 einen Umsatzrückgang von 6% und prognostiziert für 2025 minus 9%. Anders sieht es nach wie vor für den Teilbereich mobile Robotik aus, der wir anlässlich der bevorstehenden Logimat einen großen Schwerpunkt in dieser Ausgabe ab Seite 63 widmen. Interact Analysis veröffentlichte zuletzt zwar eine leichte Korrektur nach unten, bescheinigt der mobilen Robotik aber weiterhin ein zweistelliges Wachstum bis 2030.

Doch wie Wolfgang Hillinger, Chef von DS Automotion, im Interview (S. 65) betont, sind diese Marktprognosen differenziert zu betrachten. Vielmehr muss man sich genau ansehen, welche Art von mobiler Robotik dieses Wachstum in der Hauptsache betrifft. Vor allem geht es dabei um teilautonome Lösungen, die sich in riesigen Logistikzentren auf einer Art Schachbrett bewegen, und weniger um autonome Roboter der neusten Generation ausgestattet mit intelligenter Sensorik. Und diese Anwendungen befinden sich auch nicht im dichtbesiedelten Europa, sondern im weiten Land von Nordamerika und Asien.

Ein Unternehmen, das Europa aktuell fest im Fokus hat, ist Estun. Im Interview (S. 24) erklärt Gerald Mies, welche Ziele sich der chinesische Roboterhersteller für den Start in Europa gesetzt hat, welche Stärken das Unternehmen mitbringt und wie der erste große Auftritt hierzulande im Rahmen der Automatica aussehen soll. Wenn es bislang Jahre dauerte, um ein neues Robotermodell auf den Markt zu bringen, rechnet Estun eher in Monaten, so Mies.

Während das hiesige Roboterangebot also wächst, kann das Redaktionsteam von ROBOTIK UND PRODUKTION ein Wachstum der anderen Art vermelden. Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser diese Ausgabe in Händen halten, habe ich bereits Laptop, Kaffeetasse, Block und Stift gegen Windeln, Stillkissen und Schnulli getauscht. Während der Mutterschutz- und Elternzeitpause hält Mathis Bayerdörfer also allein die Stellung in der Redaktion.

Dass ich dann keine Hand frei haben werde, um währenddessen die aktuellen Ausgaben von ROBOTIK UND PRODUKTION zu lesen, stellt jedoch kein Problem dar. Denn ab dieser Ausgabe finden Sie an allen Fachartikeln einen QR-Code, über den der Text ganz einfach vorgelesen wird.

In diesem Sinn wünsche ich eine aufschlussreiche und interessante Lektüre – ob gelesen oder gehört.

Aus der Redaktion: von Frauke Itzerott
Ressortleiterin Robotik und Redakteurin ROBOTIK UND PRODUKTION. Hat einen Kollegen, der sich vor humanoiden Robotern fürchtet, kann ihn aber immer wieder beruhigen.