
ROBOTIK UND PRODUKTION: Sie sind nach eigener Aussage der erste Roboterhersteller, der die Robotersteuerung in den Fuß eines Siebenachs-Cobots integriert hat. Was sind die Gründe für diese Entwicklung? Was sind die Vorteile für die Anwenderschaft?
Kristian Kassow: Der Hauptgrund für die Entwicklung der Edge Edition war der Gedanke, ein kompakteres Produkt zu schaffen, das sich für Installationen auf engem Raum im Allgemeinen eignet, aber auch speziell für Installationen, bei denen der Roboterarm z.B. auf einem AMR oder AGV montiert werden soll. Außerdem ist die neue Modellreihe für Applikationen gedacht, bei denen es für die Anwender unpraktisch ist, wenn der Roboter in zwei Teile geteilt ist, den Arm und den Schaltschrank mit einem Kabel dazwischen. Einer der Hauptvorteile ist: Die Edge Edition spart Platz. Sie eignet sich damit vor allem für batteriebetriebene Anwendungen, wie die Kombination von Cobot und mobilem Roboter.
ROBOTIK UND PRODUKTION: Die Integration des Controllers in den Roboterfuß spart vor allem Platz. Aber sie vereinfacht gleichzeitig die Integration. Wie funktioniert das?
Es gibt Anwendungen, da ist die Integration einfacher, wenn man die elektrischen Signale direkt im Roboter hat. So muss man sich nicht mit einer großen externen Steuerung herumschlagen. Ein klassisches Beispiel dafür ist ein kleines AGV oder ein AMR, bei dem nicht genug Platz für eine Steuerung vorhanden ist und der Roboter die einzige Einheit ist, die elektrische Signale überträgt. Man kann dann die Signale unseres Cobot-Arms nutzen, um auch die anderen elektrischen Komponenten im mobilen Roboter zu steuern.
Unsere neue Edge Edition spart Platz und vereinfacht die Integration, z.B. wenn unser Cobot auf ein AGV oder einen AMR montiert werden soll.
Kristian Kassow, Kassow Robots
ROBOTIK UND PRODUKTION: Bei welchen Anwendungen eignet sich die Neuentwicklung besonders? Und bei welchen Anwendungen sind Ihre Cobots mit externem Controller die bessere Wahl?
Applikationen rund um das Be- und Entladen sind sehr spannend, wenn Cobot-AGV/AMR-Kombinationen angedacht sind, aber auch Lösungen, wo der Cobot auf einen mobilen Tisch montiert wird. Wenn Anwender z.B. einen großen Schaltschrank haben, in dem sie alle elektrischen Signale einer Anlage unterbringen wollen, dann ist jedoch ein separater Controller zur Integration in den Schaltschrank praktischer. Wir haben die Edge Edition auf den Markt gebracht und überlassen es nun der Phantasie der Anwender, sie dort einzusetzen, wo es Sinn macht.
ROBOTIK UND PRODUKTION: Sie sagten, die neue Edge Edition ist bereits erhältlich. Ist sie teurer oder billiger als die klassische Cobot-Version?
Ja, wir nehmen jetzt bereits Bestellungen für das Produkt entgegen. Die zusätzliche Serie ist ein wenig teurer als die klassische.
ROBOTIK UND PRODUKTION: Haben Sie bereits Ideen, wohin die weitere Reise gehen soll? Welche weiteren Entwicklungen planen Sie für Ihre Cobots?
Auf Softwareseite haben wir alle grundlegenden Funktionen der Robotersteuerung, die man von einem industriellen kollaborativen Roboterarm erwartet, mittlerweile gut etabliert. Wir verlagern den Entwicklungsschwerpunkt jetzt mehr auf die Weiterentwicklung unseres Ökosystems KR Pulse. Dabei geht es im Grunde um besonders anwendungsnahe
Softwarefunktionen. Das Ökosystem verfügt über Komponenten, die die Installation von Peripheriegeräten, wie z.B. Greifern, erleichtern. Außerdem entwickeln wir dort anwendungsbezogene Software-Kits und Softwarekomponenten, die die Realisierung eines speziellen Anwendungstyps einfacher machen sollen.
Das Interview führte:
Frauke Itzerott, Redakteurin für ROBOTIK UND PRODUKTION. Hat einen Kollegen, der sich vor humanoiden Robotern fürchtet, kann ihn aber immer wieder beruhigen.















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