Die Machine-Vision-Software der Anlage stammt von Vathos Robotics. Sie analysiert die Kameradaten mit einem neuronalen Netz und ermöglicht die intelligente Steuerung der Roboterarme. Als Steuerungstechnik kommt ctrlX Core aus dem Baukasten ctrlX Automation von Bosch Rexroth zum Einsatz, die mit unterschiedlicher Software kombiniert werden und dadurch mit der Machine-Vision-Software interagieren kann. Im Schaltschrank der Anlage befindet sich ein KI-Server von Dell Technologies, auf dem das Linux-basierte Betriebssystem ctrlX OS von Rexroth und die Machine-Vision-Software laufen.

Für das initiale und fortlaufende Training des neuronalen Netzes verfügt die Machine-Vision-Software über eine Anbindung an eine Cloud. Im laufenden Betrieb sendet sie immer wieder aufgenommene Bilder, trainiert dort das neuronale Netz neu und synchronisiert das verbesserte Modell anschließend mit dem KI-Server der Anlage. Je nach Compliance-Anforderung kann der für das Training erforderliche Software-Stack in einer Private oder Public Cloud oder in ein Rechenzentrum transferiert werden.

Zentrale Edge-Management-Plattform

In einem realen Einsatzszenario ist die KI-Software für das Bin-Picking eine von vielen Anwendungen, die Edge-Computing-Ressourcen benötigen. Die Anzahl von Applikationen, die KI für Dinge wie Qualitätsanalyse, Prozessverbesserung oder zur Erhöhung der Sicherheit einsetzen, wächst ständig. Um zu vermeiden, dass all diese Applikationen als KI-Inseln betrieben werden, ist eine zentrale Edge-Management-Plattform erforderlich. Im Demonstrator wird dafür NativeEdge von Dell Technologies genutzt. Mit dieser Plattform können Unternehmen all ihre Edge-IT-Systeme zentral verwalten und die Anwendungen, die darauf laufen, unternehmensweit bereitstellen. Nachdem Edge-Installationen ein typisches Einfallstor für Cyberangriffe sind, wurde die Native-Edge-Plattform auf Zero-Trust-Prinzipien entwickelt. Anwendungen, wie das hier beschriebene Bin-Picking, werden so mit einem hohen Sicherheitsstandard betrieben.

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