Adaptive Roboterlösungen für die wandlungsfähige Montage in der Automobilindustrie

Adaptive Roboterlösungen für die wandlungsfähige Montage in der Automobilindustrie

Kombination aus Software und Online-Plattform

Im Bereich Advanced Robotics und Smart Factory arbeitet Daimler TSS beständig an der Verbesserung automatisierter Lösungen, um auf dem Shopfloor schnellere Anpassungen zu ermöglichen. Im Fokus stehen dafür Software-Lösungen für das Leitbild der Smart Factory, in dem Mensch und Maschine eng und effizient zusammenarbeiten. Ziel ist es, dem Personal im Werk vor Ort zu ermöglichen, die eingesetzten Roboterlösungen selbst auf sich ändernde Anforderungen anpassen zu können.

In einem Testfeld erprobt Daimler TSS die Zusammenarbeit der OneTec-Software mit der Xito-Plattform: Hier dockt ein mobiles Robotersystem dabei selbstständig an eine Ladestation an und übergibt in Kartons verpackte Objekte. (Bild: © Dennis Stampfer/ Toolify Robotics GmbH)

In einem Testfeld erprobt Daimler TSS die Zusammenarbeit der OneTec-Software mit der Xito-Plattform: Hier dockt ein mobiles Robotersystem dabei selbstständig an eine Ladestation an und übergibt in Kartons verpackte Objekte. (Bild: © Dennis Stampfer/ Toolify Robotics GmbH)

Daimler TSS will als konzerneigener IT-Partner gemeinsam mit der Daimler AG die digitale Zukunft der Mobilität gestalten. Dabei spielt die Entwicklung von Roboterlösungen mit adaptiven Fähigkeiten eine große Rolle. „Die Kosten und Aufwände für die vom jeweiligen Use Case abhängigen Anpassungen, sind enorm“, erläutert Dr. Johannes Baumgartl, Lead Expert Advanced Robotics bei Daimler TSS. „Insbesondere die Adaption der Schnittstelle zwischen Software und Hardware erfordert viel fachspezifisches Knowhow. Mit klassischen Engineering-Ansätzen ist das selbst für IT-Experten nicht zu attraktiven Kosten für unsere Kunden umzusetzen“, führt Dr. Baumgartl aus. „Wir haben daher nach Lösungen gesucht, die sich auf zwei Aspekte beziehen: Zum einen wollten wir die Software für unsere Roboter modular aufbauen. Die einzelnen Module können dadurch dann ohne weiteren Programmieraufwand für individuelle Automatisierungslösungen genutzt werden. Zum anderen wünschten wir uns einen offenen Zugriff und einfaches Zusammensetzen von kompatiblen Robotermodulen, um auch ein breites Spektrum an Anwendungen sowie ein hohes Maß an Flexibilität zu ermöglichen.“

Ein weiterer Roboter stapelt die Kartons, sodass der Transportroboter sie an ein Etikettiersystem von Cab führt, wo sie mit Versandetiketten beklebt werden. (Bild: © Dennis Stampfer/ Toolify Robotics GmbH)

Ein weiterer Roboter stapelt die Kartons, sodass der Transportroboter sie an ein Etikettiersystem von Cab führt, wo sie mit Versandetiketten beklebt werden. (Bild: © Dennis Stampfer/ Toolify Robotics GmbH)

Kombination aus intuitiver Bediensoftware und der Xito-Plattform

Daimler TSS hat mit OneTec eine Software entwickelt, mit der sich die eigenen Serviceroboter einfach und intuitiv bedienen lassen und einfach auf unterschiedliche Anwendungen anpassen lassen. Die Software übersetzt Anwendungsfunktionen von Roboterlösungen in einfache Programmabläufe, die je nach Bedarf ausgetauscht und neu zusammengestellt werden können. Durch die Kombination von OneTec mit dem Baukastensystem der Xito-Plattform lassen sich mobile Serviceroboterlösungen schnell und einfach umsetzen und verändern. „Über die Xito-Plattform sind wir in der Lage, je nach Bedarf der Anwendung die notwendigen Fertigkeiten für Roboter als Module auszuwählen“, so Baumgartl. „Wir können auch auf Module von Fremdherstellern zugreifen und arbeiten zugleich einfacher und besser im Team zusammen.“

Die Zusammenarbeit der OneTec-Software mit der Xito-Plattform wurde bereits in einem Entwicklungsprojekt erfolgreich erprobt. Dafür wurde ein Testfeld aufgebaut, dass die Neuentwicklung unterschiedlicher Produktionsabläufe sowie deren Inbetriebnahme erlaubt. Z.B. dockt ein mobiles Robotersystem dabei selbstständig an eine Ladestation an und übergibt in Kartons verpackte Objekte. Ein weiterer Roboter stapelt die Kartons, sodass der Transportroboter sie an ein Etikettiersystem von Cab führt, wo sie mit Versandetiketten beklebt werden. Das System ermöglicht die flexible Gestaltung unterschiedlicher Prozessabläufe ohne große Vorlaufzeit. Auch Mensch/Maschinen-Interaktionen mit händischen Verrichtungen von Menschen können einfach in die Arbeitsabläufe integriert werden.

Flexible Umstellung von Prozessabläufen

Die Testergebnisse zeigen, dass sich durch die Kombination von Xito und OneTec bei der Inbetriebnahme, dem Betrieb und der Wartung von Prozessen eine Zeitersparnis von rund 70 Prozent ergibt. „Damit sind wir nun in der Lage, den Ablauf der Produktionsschritte flexibel zu verändern und können z.B. schnell von einer Linienfertigung in eine Matrixproduktion wechseln oder neue Roboter einbinden“, fasst Baumgartl das Ergebnis der Kooperation zusammen. „Xito bietet uns die notwendige Flexibilität im Engineering-Prozess. In Kombination mit OneTec können wir nun unsere Robotik-Use-Cases effizient und schnell zusammenzustellen und dabei trotzdem noch kostengünstig in die Produktion zu integrieren.“

Das könnte Sie auch Interessieren

Bild: Still GmbH
Bild: Still GmbH
Kompakt, leistungsstark, wirtschaftlich

Kompakt, leistungsstark, wirtschaftlich

Still hat den innerbetrieblichen Transport im Nestlé-Produktionswerk Biessenhofen mit fahrerlosen Transportsystemen automatisiert. Eine Herausforderung dabei war es, dass die Intralogistik während der laufenden Produktion reorganisiert werden musste. Das Resultat ist ein kontinuierlicher Transport zur Versorgung und Entsorgung der Produktion. Der Warenfluss konnte dadurch geglättet und die Warenbestände an den Maschinen abgebaut werden. Des Weiteren wurden auf dem Werksgelände sechs Lager für die Verpackungen der Nestlé-Produkte aufgelöst und in Pallet-Shuttle-Kanallagern von Still zusammengefasst.

Bild: Nexat GmbH
Bild: Nexat GmbH
Die Landwirtschaft der Zukunft

Die Landwirtschaft der Zukunft

Autonomes Fahrzeug für Bodenbearbeitung, Saat, Pflanzenschutz und Ernte Die Landwirtschaft der Zukunft Forschende der Universität Bremen und Hochschule Osnabrück arbeiten mit einem niedersächsischen Landtechnikhersteller an der Autonomisierung eines multifunktionalen...

Bild: DS AUTOMOTION GmbH
Bild: DS AUTOMOTION GmbH
FTS oder AMR?

FTS oder AMR?

Kooperative und kollaborative Navigation FTS oder AMR? Die neue Fahrzeugsoftware Arcos verleiht den Fahrzeugen von DS Automotion die Fähigkeit, zwischen dem virtuell spurgeführten Betrieb als FTS und dem voll autonomen Fahrmodus als AMR zu wählen. Im Zusammenspiel mit...

Bild: Schunk GmbH & Co. KG
Bild: Schunk GmbH & Co. KG
Neue Aufgaben für den Roboter

Neue Aufgaben für den Roboter

Beim automatisierten Be- und Entladen von Werkzeugmaschinen findet sich oft ungenutztes Potenzial. Schließlich steht der Roboter in der Regel einen Teil der Bearbeitungszeit still. Dabei könnte er z.B. parallel Bauteile entgraten, schleifen oder polieren. Auch abseits der Beschickung gibt es immer mehr Anwendungsmöglichkeiten für das sogenannte Material Removal per Roboter – die Fachkräfte stark entlasten können. Deswegen stand dieses Thema im Mittelpunkt der Schunk Expert Days 2022.

Bild: Surplex GmbH
Bild: Surplex GmbH
Günstig und schnell verfügbar

Günstig und schnell verfügbar

Alternative zur Neuanschaffung von Robotern und CNC-Maschinen Günstig und schnell verfügbar Ein Produktions-Upgrade mit modernen Robotern und CNC-Maschinen ist für industrielle Unternehmen eine gute Option, um konkurrenzfähig zu bleiben. Doch mit Lieferengpässen und...

Bild: Cellumation GmbH
Bild: Cellumation GmbH
Automatisierter Sortiervorgang

Automatisierter Sortiervorgang

Weihnachten verbreitet nicht nur Frohsinn: Konsumenten freuen sich über die Sonderangebote der Cyber Week, doch Logistiker fürchten die Paketflut. Saisonale Spitzen setzen Distributionszentren, Hubs und KEP-Dienste zunehmend unter Druck. Denn während der Online-Handel immer weiter wächst, spitzt sich der Fachkräftemangel zu. Automatisierte Sortiermaschinen, wie der Celluveyor Go von Cellumation, sollen Abhilfe schaffen.