
Der neue World-Robotics-Report der International Federation of Robotics verzeichnet einen operativen Bestand von 4.281.585 Industrierobotern in den Fabriken weltweit. Das ist ein Plus von 10% im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der 2023 neu installierten Einheiten übertraf das dritte Jahr in Folge die Marke von einer halben Millionen Stück. 541.302 neu installierte Einheiten sind laut IFR das zweitbeste jemals gemessene Jahresergebnis – 2% unter dem Rekord von 552.946 Robotern im Jahr 2022. Nach Regionen aufgeschlüsselt wurden in Asien 70% aller neuen Roboter installiert. Auf Europa entfällt ein Marktanteil von 17% und auf Amerika von 10%.
Höchststand in Europa
In Europa stieg die Zahl der neu installierten Roboter auf einen neuen Höchststand von 92.393 Einheiten im Jahr 2023. Das ist ein Plus von 9%. Vier von fünf Robotern wurden dabei an Standorten in der Europäischen Union abgesetzt. Zahlreiche Projekte kamen 2023 zum Abschluss, und der Auftragsbestand aus den vollen Orderbüchern wurde abgearbeitet. Zudem profitierte die Roboternachfrage von einem Nearshoring-Trend. Aufgeschlüsselt nach Branchen wurde das Wachstum 2023 stark von der Automobilindustrie angetrieben, die in traditionell starken Herstellerländern wie Spanien (5.053 Einheiten, + 31%), aber auch in kleineren Märkten wie der Slowakei (2.174 Einheiten, + 48%) oder Ungarn (1.657 Einheiten, + 31%) investierte.
In Deutschland stiegen die Installationen 2023 um 7% auf 28.355 Einheiten. Das Land ist der größte Absatzmarkt in Europa und zählt als einzige europäische Volkswirtschaft zu den fünf größten Märkten weltweit. Auf dem zweitgrößten europäischen Markt, Italien, waren die Installationen mit 10.412 Einheiten um 9% rückläufig. Frankreich als drittgrößter Markt in Europa verzeichnete ein Minus von 13% und kam auf 6.386 installierte Roboter. In Großbritannien wurden insgesamt 3.830 Industrieroboter installiert – ein deutliches Plus von 51% im Jahr 2023. Wichtigster Treiber waren Investitionen der Automobilindustrie, hauptsächlich in der Montage.
China bleibt größter Markt
China ist der mit Abstand größte Markt, dort wurden 276.288 Industrieroboter im Jahr 2023 installiert. Das entspricht einem Marktanteil von 51% und stellt das zweithöchste jemals erzielte Ergebnis dar (2022: 290.144 Einheiten). Auf dem Inlandsmarkt stieg der Absatz chinesischer Hersteller seit 2022 deutlich und erreichte im Jahr 2023 einen Rekordwert von 47%. In den letzten zehn Jahren pendelte er um die 28%. Der operative Bestand lag 2023 knapp unterhalb der Marke von 1,8 Millionen Einheiten. Damit führt China auch an dieser Stelle im weltweiten Vergleich. Längerfristig sieht der IFR-Verband im chinesischen verarbeitenden Gewerbe noch ein großes Wachstumspotenzial, das sich bis 2027 auf durchschnittlich 5 bis 10% pro Jahr belaufen könnte.
Japan bleibt nach China der zweitgrößte Markt für Industrie-Roboter weltweit. Die Roboterinstallationen erreichten 46.106 Einheiten im Jahr 2023. Das ist ein Rückgang um 9%. Das Ergebnis folgt auf zwei starke Jahre mit einem Höchststand von 50.435 Einheiten 2022 – dem zweitbesten Ergebnis nach 2018 (55.240 Einheiten). Die Nachfrage dürfte im Jahr 2024 voraussichtlich stagnieren, soll sich aber 2025 und in den Folgejahren auf mittlere und obere einstellige Raten erholen. Der Markt in der Republik Korea tendiert seitwärts: Die Installationen erreichten 31.444 Einheiten im Jahr 2023, was einem Rückgang von 1% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Gemessen an den jährlichen Installationen war das Land der weltweit viertgrößte Robotermarkt nach den USA, Japan und China. Die größten Wachstumsraten in Asien verzeichnet aktuell Indien. Sowohl die Automobilhersteller als auch die Zulieferer trugen dazu bei, dass die Zahl der 2023 dort installierten Roboter um 59% angestiegen ist. Dieser Höchststand von 8.510 Einheiten zeigt aber, dass es noch viel Potenzial gibt.
Amerika
In Amerika stieg die Nachfrage das dritte Jahr in Folge über die Marke von 50.000 Einheiten (2023: 55.389). Das liegt nur knapp unter dem Rekordniveau von 2022. Auf die Vereinigten Staaten als größten Markt in der Region entfielen dabei 68%. Diese 37.587 Einheiten entsprechen einem Minus von 5%. Dennoch handelt es sich laut IFR um das drittbeste Ergebnis seit den Rekordständen 2022 und 2018. Die Nachfrage aus der Automobilindustrie verringerte sich um 15% auf 12.421 Einheiten. Das entspricht dem durchschnittlichen Ergebnis der letzten zehn Jahre. In der Metallindustrie und im Maschinenbau stiegen die Installationen um 8% auf 4.171 Einheiten. In der US-Elektro- bzw. Elektronikindustrie blieb die Nachfrage mit 3.900 Robotern sehr stabil. In Kanada stiegen die Roboterinstallationen um 37% auf 4.311 Einheiten, was der Verband den Investitionszyklen der Automobilindustrie zuschreibt. Der Roboterabsatz in Mexiko wird ebenfalls primär von dieser Branche getragen: Der Marktanteil beträgt 70%. Im Jahr 2023 gingen die Installationen hier um 5% auf 4.087 Einheiten zurück. Das folgt dem bekannten zyklischen Nachfragemuster in diesem Kundensegment. Die Gesamtinstallationen erreichten 5.832 Einheiten, was einem Rückgang von 3% entspricht.















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