ROBOTIK UND PRODUKTION: Pünktlich zur AMB hat Schunk mit dem Modell EZU sein Angebot an mechatronischen Greifern erweitert. Um was für einen Greifer handelt es sich genau und welches Anwendungsgebiet adressieren Sie damit?
Oliver Herbrik: Mit dem neuen Zentrischgreifer EZU lassen sich flexible Be- und Entladeprozesse mit zylindrischen Werkstücken zuverlässig umsetzen. Er wurde entwickelt, um eine möglichst breite Teilevarianz in der flexiblen Fertigung zu verarbeiten. Über frei programmierbare Einstellungen wie Backenhub und Greifkraft lassen sich unterschiedliche Werkstückgrößen handhaben. Der Greifer ist komplett abgedichtet und arbeitet durch die Gleitführung auch unter Einfluss von Spänen und Kühlschmierstoff zuverlässig. Somit eignet er sich vor allem für die Roh- und Fertigteilhandhabung in Werkzeugmaschinen. In der Staubdichtversion lässt sich der Schutzgrad der Führungen auf IP64 erhöhen, sodass der Greifer auch in Schleifanwendungen unter Spritzwassereinfluss eingesetzt werden kann. Genau wie sein Zweifinger-Pendant, der EGU, ist er ausgesprochen prozesssicher, dauerhaft referenziert und verfügt über eine integrierte Greifkrafterhaltung mit Werkstückverlust-Erkennung.

ROBOTIK UND PRODUKTION: Wie reiht sich das neue Modell in die mechatronische Greiferfamilie ein?
Alle Schunk-Greifer der neuen Generation folgen einem einheitlichen Funktionskonzept, das unseren Kunden durchgängige Prozesse ermöglicht. Sie sind einfach zu integrieren und programmieren und lassen sich flexibel an variierende Anforderungen anpassen. Damit möchten wir die Automatisierungsschritte unserer Kunden so einfach und flexibel wie möglich gestalten. Die Greiferbaureihen EGU und EZU eignen sich aufgrund ihrer robusten Bauart perfekt für die automatisierte Maschinenbeladung oder für Montage und -Fügeaufgaben. Für empfindliche Objekte wie Elektronikbauteile haben wir den Kleinteilgreifer EGK entwickelt. Wir können mit den neuen smarten Greifern und dem Schunk Control Center fast die ganze Bandbreite an Handhabungsprozessen abbilden.
Der neue Zentrischgreifer EZU wurde entwickelt, um eine möglichst breite Teilevarianz in der flexiblen Fertigung zu verarbeiten.
Oliver Herbrik, Schunk
ROBOTIK UND PRODUKTION: Was ist das Control Center?
Es handelt sich um eine übergeordnete Software- und Steuerungsplattform für die mechatronischen Greifer. Sie bietet in Form von Apps viele Zusatzfunktionen, mit denen sich die Greifer in Betrieb nehmen, überwachen und anpassen lassen. Auf dieser Basis können Anwender etwa auch unterschiedliche Greifmethoden nutzen: Im StrongGrip-Modus lässt sich die Greifkraft dynamisch auf bis zu 200 Prozent erhöhen, um auch schwere, unempfindliche Werkstücke zu handhaben, ohne dass der Greifer gewechselt werden muss. Über das Control Center lassen sich die Einstellungsmöglichkeiten bei mechatronischen Greifern voll ausnutzen und durch zukünftige Updates noch erweitern.















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