Der größte Mehrwert liegt darin, dass sich neue Applikationsideen praktisch in Echtzeit validieren lassen. Umfangreiche Debugging- und Logging-Funktionen unterstützen Entwickler dabei, Fehlerquellen und Optimierungspotenziale rasch zu identifizieren. So können theoretische Konzepte schon früh im Projektzyklus auf realer Hardware ausprobiert werden – aufwendige und teure Sonderlösungen entstehen erst gar nicht. Im firmeneigenen pssbl.-Lab wurden bereits Anwendungen aus unterschiedlichen Bereichen wie der Möbelindustrie, der Elektronikfertigung und der Druckbranche erfolgreich erprobt und umgesetzt. Das zeigt, wie effektiv und industrietauglich das offene ROS2-Konzept tatsächlich ist.

Safety, Cybersecurity & CRA – Offenheit braucht Regeln

Gerade, weil Offenheit und Flexibilität zentrale Erfolgsfaktoren der neuen Robotikgeneration sind, müssen Sicherheitsaspekte besonders sorgfältig berücksichtigt werden. Die Sorge, dass offene Systeme automatisch ein geringeres Schutzniveau implizieren, ist jedoch unbegründet – vorausgesetzt, architektonische Grundregeln werden beachtet.

pssbl. Robotics setzt konsequent auf eine strikte Trennung zwischen sicherheitskritischer Basisfunktionalität und der eigentlichen Applikationslogik. Schutzmechanismen wie Firewalls, VPN-Zugänge und eine gezielte Netzsegmentierung sind von Anfang an Bestandteil der Architektur. Das erlaubt es, das offene Software-Ökosystem von ROS zu nutzen, ohne Kompromisse bei der Sicherheit einzugehen. Gleichzeitig werden die IT-Sicherheitskonzepte kontinuierlich nach aktuellen Standards weiterentwickelt.

Zudem wird die Einhaltung regulatorischer Anforderungen, wie sie z.B. im neuen Cyber Resilience Act (CRA) festgelegt werden, von Beginn an mitgedacht und umgesetzt. Mit einer lokal verankerten, industriell geprüften Lieferkette baut pssbl. Robotics so Systeme auf, die den aktuellen und zukünftigen Ansprüchen an Funktionalität und Sicherheit gleichermaßen gerecht werden. So ist die Offenheit kein Widerspruch zu industriellen Schutzkonzepten – vielmehr ermöglicht sie es Unternehmen, ihre Applikationen frei zu gestalten und gleichzeitig aktuellen Cybersecurity-Standards zu genügen.

Fazit

pssbl.-Roboter schlagen eine Brücke zwischen der dynamischen Innovationskraft des ROS-Ökosystems und den hohen Anforderungen des industriellen Alltags. Die Einbindung von Open-Source-Software, der Verzicht auf zusätzliche Hardware sowie die simultane Fokussierung auf Industriestandards und IT-Sicherheit machen die Lösung zukunftsfähig und praxisnah. Für Maschinenbauer und Integratoren, die pragmatische Wege aus dem Vendor Lock-in suchen, lohnt sich daher der Schritt, bestehende oder geplante Applikationen auf den Einsatz eines ROS2-fähigen Industrieroboters zu prüfen und im pssbl.-Lab zu testen.

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