Branchen und Anwendungen
Schmalz adressiert mit seinen Lösungen weit über ein Dutzend Marktsegmente. Leitbranchen bilden nach wie vor Automotive, Holz- und Blechbearbeitung sowie Logistik und Verpackung. Andere Bereiche wachsen aktuell sehr stark: allen voran die Elektronikindustrie aber auch die Medizintechnik oder neue Technologiesegmente wie die Batterie- oder Brennstoffzellenfertigung. Weil der Automatisierungsgrad branchenübergreifend ansteigt und weltweit immer mehr Roboter eingesetzt werden, sieht sich Schmalz mit seinem Automatisierungsangebot auf einem gutem Weg – gerade auch was Leichtbauroboter und Cobots angeht. „Ich gehe davon aus, dass im Jahr 2021 rund 25.000 solcher Einheiten verkauft wurden“, sagt Dr. Maik Fiedler, Geschäftsbereichsleiter und Mitglied der Unternehmensleitung. Das Potenzial sei nach wie vor riesig. „Wir müssen aber noch einen bedeutenden Teil der Zielgruppe – speziell die kleinen Unternehmen – dazu bringen, Automatisierung als Chance zu verstehen.“ Das größte Hindernis sei also nicht das Investment in moderne Technik, sondern die fehlende Wahrnehmung oder Berührungsängste. „Entsprechend ist es unser Ziel, Automatisierungslösungen anzubieten, die nicht nur wirtschaftlich sind, sondern auch einfach in der Bedienung.“ Beispiele dafür sind etwa leicht zu installierende Greifer-Kits oder die hohe Usability der Konfigurations-Tools von Schmalz. Mit solchen Lösungen adressiert man vor allem vier Anwendungsbereiche: Pick&Place, Verpackung und Palettieren, Maschinenbeschickung sowie Montage.

Seit jeher umfasst das Portfolio nicht nur eine Vielzahl von Greiferarten, z.B. Vakuumsauger, Flächengreifer und Strömungsgreifer, sondern auch die dazu passende Vakuumerzeugung. Zunehmend adressiert das Unternehmen seine Kunden zudem mit applikations- oder branchenspezifischen Lösungspaketen samt Software. „Selbst Pick&Place- oder Bin-Picking-Systeme kann Schmalz bei Bedarf realisieren“, erklärt Fiedler. „Denn wir haben unser Kompetenzspektrum um die Objekterkennung erweitert.“ So hat Schmalz nicht nur Bildverarbeitungslösungen im Portfolio, sondern kann den Anwender auch dahingehend beraten, welcher Vision-Sensor am besten für seine Applikation geeignet ist. Die Integration der Bildverarbeitung in die verschiedenen Software-Ökosysteme der Produktion wird dabei nicht außer acht gelassen. Weitere spannende Technologiefelder, in denen sich das Unternehmen stärker einbringen will, sind smarte Wartungskonzepte wie Condition Monitoring oder Predictive Maintenance. Schließlich lassen aus den vom Greifer erfassten Daten oft wertvolle Rückschlüsse auf die Qualität der gehandhabten Teile ziehen.
Eine Frage, mit der sich Schmalz ebenfalls immer stärker auseinandersetzt, ist die Art der passenden Vakuumerzeugung: pneumatisch oder elektrisch? Für Ersteres sprechen etwa die hohe Leistungsdichte und die Robustheit. Der elektrische Weg ist zumeist effizienter und in mobilen Anwendungen unkompliziert umsetzbar. In diese Richtung zielt Schmalz z.B. mit dem neuen Vakuumerzeuger RECB: Montiert an Cobots oder kleinen Industrierobotern ermöglicht er ein vollautomatisiertes und schnelles Handling von porösen, unebenen oder biegeschlaffen Kartonagen. Eine weitere Neuheit, der Leichtbau-Lagengreifer ZLW, ist auf hohe Flexibilität ausgelegt. Zum einen lassen sich mit bei der End-of-Line-Palettierung viele unterschiedliche Produkte handhaben. Zum anderen können die Abmessungen genau an einen bestimmten Einsatz angepasst werden. Dass Schmalz beim Thema Greifen auch abseits der Vakuumtechnik sehr innovativ unterwegs ist, zeigt der neue Magnetgreifer SGM HP: Hier wird der Verlauf der magnetischen Feldlinien mit Adapterstücken auf das jeweilige Werkstück angepasst. Auf diese Weise lassen sich selbst sehr dünne Bleche zuverlässig vereinzeln. Das gleiche gilt für Bleche mit Aussparungen oder mit dreidimensionalen Oberflächen.

Dr. Kurt Schmalz (Bild: TeDo Verlag GmbH)
Neuheiten für die Automation
„Um Innovation im Produktbereich zu ermöglichen, braucht es auch Innovationen im Personalbereich“, betont Geschäftsführer Kurt Schmalz. Um künftig im Fachkräfte-Wettbewerb bestehen zu können, betreibt das Familienunternehmen besonderen Aufwand. So werden nicht nur lokale Bildungsprojekte wie der Campus Schwarzwald gefördert, sondern allgemein Schulung und Weiterbildung der Mitarbeiter groß geschrieben. Darüber hinaus umfasst das Life-Plus-Programm von Schmalz ein attraktives Angebot für die Mitarbeiter, das von Gewinnbeteiligung über Kinderbetreuung bis hin zur Tagespflege für Angehörige reicht. Dieses Engagement trägt Früchte: Schmalz wurde im vergangenen Jahr bereits zum sechsten Mal als einer der besten 100 deutschen Arbeitgeber ausgezeichnet.















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