
Die Beladung eines Slicers mit 1.500mm langen und zwölf Kilogramm schweren Wurstkalibern über eine ganze Schicht hinweg zählte bei den Kaufland Mitarbeitern zu den eher ungeliebten Tätigkeiten. Mit der Umrüstung der Produktion auf noch schnellere Prozesse war diese Arbeit zudem manuell kaum noch zu bewältigen. Was lag da näher als eine robotergestützte Automation in Betracht zu ziehen.
Was sich zunächst wie eine simple Aufgabenstellung anhörte, entpuppte sich bei genauerer Betrachtung als anspruchsvolles Projekt. Die besonderen Herausforderungen bringt bsb-Geschäftsführer Rainer Bonfig auf den Punkt: „Die täglich anfallenden Reinigungsprocedere waren nicht das Problem, Kopfzerbrechen bereiteten uns vielmehr die knappen Platzverhältnisse sowie die Greiftechnik, die die Wurstkaliber sicher und gleichzeitig schonend handhaben sollte.“
Da es sich bei Kaufland um die wahrscheinlich weltweit erste Beschickung eines Slicers mit einem Sechsachsroboter handelt, konnte nicht auf bekannte Lösungswege aus vorangegangenen Projekten zurückgegriffen werden. Am einfachsten gestaltete sich die Auswahl des passenden Roboters. Aufgrund der Desinfektions- und washdown-Reinigungsprozesse kam nur ein voll gekapselter, wasserdichter Stäubli HE-Roboter in Betracht. Und die Faktoren Traglast und Reichweite sprachen eindeutig für die Wahl des großen TX200 in Humid Environment-Ausführung. Zudem ermöglicht dieses Modell wie auch alle anderen Stäubli Roboter den Einsatz von lebensmittelverträglichem NSF H1-Öl ohne Leistungsverlust.
Um die Würste bei der Handhabung nicht zu verletzen, hat sich bsb eine spezielle Lösung ausgedacht: „Wir haben einen sogenannten Vierfach-Rollengreifer konstruiert und gebaut, mit dem der TX200 an der Übergabeposition unter die vier bereitgestellten Wurstkaliber fährt und diese auf schonende Weise anhebt. Der knapp 80 Kilogramm schwere Greifer ist insgesamt 1.800mm breit und besitzt für jedes der vier Kaliber vier über einen Zentralmotor angetriebene Rollen. Damit verhindern wir einen Durchhang der 1.500mm langen, biegeschlaffen Wurstkaliber“, so Rainer Bonfig.
Um den Slicer zu beladen, steuert der Stäubli TX200 die Übergabeposition präzise an. Ist die endgültige Position erreicht, versetzt der Zentralmotor die Rollen des Greifers in Bewegung. So gelangt die wertvolle Fracht prozesssicher und präzise positioniert in die Slicer-Zuführung. Um ein Durchrutschen der Wurstkaliber auf den 3D-gedruckten Rollen des Greifers zu verhindern, sind diese mit einer feinen Igelkontur versehen, die für die nötige Traktion beim Transport sorgt.
Mit dieser weltweit einmaligen Automation erreicht das Heilbronner Fleischwerk von Kaufland einen Output von 12.000 Kilogramm Aufschnitt täglich im Zwei-Schicht-Betrieb. Insgesamt laufen 21 verschiedene Wurstsorten über die Anlage, die in vier unterschiedlichen Aufschnitt-Verpackungseinheiten kombiniert werden und in Deutschland sowie in Osteuropa angeboten werden.















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