Robotiksoftware statt Schutzzäune

Botfellows Dynamic Safety
Bild: Botfellows

Das Startup Botfellows, eine Ausgründung aus dem Fraunhofer IWU, präsentiert auf der Automatica in einer Live-Demonstration die Software Dynamic Safety, durch die dynamische Sicherheitszonen physisch starr abgegrenzte Arbeitsräume von Mensch und Roboter ersetzen. Die Lösung passt die Bewegung von Leichtbau- oder Industrierobotern dynamisch an, indem sie deren Geschwindigkeit nur dann reduziert – bei Bedarf bis zum Stillstand –, wenn sich Personen tatsächlich dem Arbeitsbereich nähern. Erkennt das Zusammenspiel aus Sensorik und Kameras, dass keinerlei Kollisionsgefahr droht, arbeiten der oder die Roboter in den vorgesehenen Bewegungsbahnen und mit der regulären Geschwindigkeit. In einem gemeinsamen Arbeitsraum ohne trennende Schutzzäune lassen sich mithilfe der Lösung verschiedene Szenarien realisieren:

  • Koexistenz: Der Roboter übernimmt automatisierte Palettieraufgaben, wie das Stapeln und Sortieren von Kartons, während der Mensch in der Nähe Qualitätskontrollen durchführt oder Material nachlegt. Ein Schutzraum ist nicht nötig.
  • Kooperation: Mensch und Roboter teilen sich denselben Arbeitsbereich und wechseln sich zeitlich in den Palettieraufgaben ab. Der Roboter stapelt schwere Kartons auf der Palette, während der Mensch kleinere, empfindliche Produkte hinzufügt und die Stabilität der Palette sicherstellt.
  • Kollaboration: Mensch und Roboter arbeiten zeitgleich im selben Arbeitsbereich und ergänzen sich direkt. Der Roboter hebt und reicht schwere oder unhandliche Kartons, während der Mensch sie präzise auf der Palette positioniert, Lücken ausfüllt und die finale Ausrichtung überprüft.

Die Forschungsergebnisse zur sicheren Teamarbeit von Mensch und Roboter haben die Praxistests bestanden. Die Softwarelösung ist nun erstmals in die Robotersteuerung des Herstellers Estun integriert.