Stufenweise Erweiterungsmöglichkeiten für die Beladung unterschiedlicher Maschinen

Modulares Paletten-Handling für alle Anforderungen

Automationslösungen von Liebherr-Verzahntechnik kommen inzwischen in vielen Branchen zum Einsatz: In der Fertigung von Bau- und Landmaschinen, in der Luftfahrtindustrie, im allgemeinen Maschinenbau und im Formenbau haben sich die Palettenhandhabungssysteme bewährt. Entscheidend für den Erfolg ist allerdings die richtige Auswahl des Systems je nach Anwendungsfall. Mit dem PHS Allround sollen nun auch kleinere Unternehmen oder Neulinge im Bereich Automation einen leichten Einstieg in das Thema erhalten.
Mit dem PHS Allround hat Liebherr eine modulare Version des Palettenhandhabungssystems PHS Pro entwickelt.
Mit dem PHS Allround hat Liebherr eine modulare Version des Palettenhandhabungssystems PHS Pro entwickelt.Bild: Liebherr-Verzahntechnik GmbH

Auf der Suche nach einer Automationslösung für die eigene Fertigung im Jahr 2008 fand man bei Liebherr auf dem Markt keine geeignete Lösung. Kurzerhand wurde entschieden: „Das machen wir selbst.“ Das Palettenhandhabungssystem PHS Pro war geboren – heute ein umfangreiches, skalierbares Automationssystem mit vielen Anpassungsmöglichkeiten für große und komplexe Fertigungslinien.


Modulare Version


Mit dem PHS Allround hat Liebherr nun eine modulare Version des PHS Pro entwickelt. „Das PHS Allround mit Standardkomponenten in einem Baukasten eignet sich, um kleineren Unternehmen oder Neulingen im Bereich Automation den Einstieg zu erleichtern – und zwar ohne Abstriche bei der Funktionalität.“, erläutert Agnes Schauppel, Produktmanagerin für Automationssysteme. Das PHS Allround verbindet mit seinem modularen Grundkonzept die Vorteile eines Standardprodukts mit stufenweisen Erweiterungsmöglichkeiten für die Beladung unterschiedlicher Maschinen: Das System ist in drei Gewichtsklassen verfügbar, optional sind z.B. Varianten mit Frontzugang, Doppellader oder extra-langem Hub erhältlich.


Drei Anwendungsbeispiele


Das modulare PHS Allround ist im 1m-Raster erweiterbar und verkettet bis zu vier Maschinen. Dabei sind auch die Stirnseiten des Systems nutzbar. Es funktioniert auch bei ungewöhnlichen Anwendungen: Bei einem Messsystemdienstleister in Süddeutschland automatisiert das PHS Allround eine Messmaschine statt eines Bearbeitungszentrums. Für die Anbindung der Messmaschine entwickelte Liebherr eine spezielle Steuerung und programmierte die kundenspezifische Softwareschnittstelle.


Für ein Fertigungssystem mit mittleren Stückzahlen und vielen Werkstückvarianten installierte Liebherr 2021 bei einem Komponentenhersteller ein PHS Pro mit hohem Automationsgrad: Drei Roboterzellen schleusen Werkstückrohlinge in das System ein, sortieren sie und rüsten sie vollautomatisch auf Paletten. Dabei erkennt das Visionssystem 20 unterschiedliche Werkstückvarianten. Das PHS nimmt anschließend die aufgespannten Teile auf und versorgt damit die Bearbeitungszentren. Die passenden Werkzeuge werden in einem zentralen Speicher verwaltet und von einem Verteilsystem an die Maschinen abgegeben. Nach der Bearbeitung werden die Werkstücke automatisiert abgespannt, gereinigt und wieder ausgeschleust. Eine intelligente Zellsteuerung koordiniert den gesamten Materialfluss.

Am Renault-Standort Cléon realisierte Liebherr an einer Fertigungslinie für Kurbelwellen eine Sonderlösung mit einem Rotationsladesystem (RLS). In diesem Fall wurde am Linieneingang ein Pufferspeicher für Materialpaletten mit einer Roboterapplikation für das Bin Picking kombiniert. Die Software dafür, LHRoboticsVision, stammt ebenfalls von Liebherr.

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