
Das Fraunhofer IWU hat die Plattform Orcha-3 entwickelt, die den Ansatz von gängigen Chatbots wie ChatGPT auf die Produktionstechnik überträgt. Die Lösung ist für Fragestellungen konzipiert, die sich mit einzelnen KI-Modellen schlecht bearbeiten lassen. Dazu gehören offene Fragen entlang einer Prozesskette, deren Beantwortung nicht aus einer Messung folgt, sondern aus vielen aufeinander aufbauenden Schritten, bei denen der nächste sinnvolle Schritt erst feststeht, wenn der vorherige ausgewertet ist. Entscheidend für den Einsatz von agentischer KI in der Fertigung ist die Aufgabenteilung zwischen Sprachmodell und Ausführung. Das Sprachmodell plant, greift jedoch selbst auf kein Produktionssystem zu. Die Plattform basiert also auf einer klar getrennten Architektur aus Programmierschnittstelle (API), Orchestrator, Supervisor und Agenten. Zunächst analysiert ein Planner-Agent den Ist-Zustand und entscheidet über nächste Schritte. Daraus entstehen Tasks, die jeweils von spezialisierten Agenten ausgeführt werden. Die Ergebnisse werden gespeichert und in den nächsten Planungszyklus integriert. Dieser Prozess wiederholt sich dann, bis eine Lösung erreicht ist oder eine definierte Abbruchbedingung greift. Alle Informationen werden kontinuierlich im Dateisystem gespeichert, wodurch vollständige Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Wiederaufnehmbarkeit gewährleistet sind. Die Plattform ist funktionsfähig und an virtuellen Prozessketten erprobt. Im nächsten Schritt soll sie auf reale Fertigungsfragen angewendet werden.

















