FTS-Lösungen für Produktion, Logistik und Versand

Effizient automatisiert

Konventionelle Gabelstapler durch fahrerlose Transportfahrzeuge zu ersetzen, erhöht die Transparenz im Lager und verringert Unfälle. Schließlich folgen die mobilen Roboter vorprogrammierten Routen und sind mit moderner Sicherheitstechnik und Hinderniserkennung ausgestattet. Der FTS-Einsatz wird auch durch den anhaltenden Arbeitskräftemangel immer bedeutender - Mitarbeiter können an sinnvolleren Stellen eingesetzt werden. Zudem übernehmen Transportroboter schwere, gefährliche und monotone Aufgaben ohne wenn und aber. In Summe entwickeln sich FTS zum festen Bestandteil einer nachhaltigen, prozessoptimierten Intralogistik.
17 Transportroboter der Serie 
Compact Move transportieren Paletten aus der Produktion und liefern sie unterschiedlichen Lagerbereichen über ein großes Durchlaufregal zu.
17 Transportroboter der Serie Compact Move transportieren Paletten aus der Produktion und liefern sie unterschiedlichen Lagerbereichen über ein großes Durchlaufregal zu.Bild: EK Robotics GmbH

Mit mehr als 1.000 installierten Anlagen und mehr als 10.000 ausgelieferten Einheiten positioniert sich EK Robotics seit 60 Jahren als einer der führenden Hersteller für fahrerlose Transportsysteme. Das Unternehmen bietet vernetzte und flexible Transportlösungen für den vollautomatischen, innerbetrieblichen Materialfluss. Zur schlüsselfertigen Lieferung von FTS-Anlagen runden kundenspezifische Dienstleistungen wie Materialfluss-Simulationen, Softwarelösungen, Installation der Lager- und Fördertechnik, Projektmanagement sowie ein umfassender Lifetime-Service das Portfolio des Anbieters ab. Das Anwendungs- und Branchenspektrum ist dabei sehr vielseitig, wie die folgenden Beispiele belegen.

Zwei maßangefertigte, automatisierte Vierwegestapler der Serie Custom Move übernehmen die Einlagerung der Fertigprodukte in das Verschieberegal.
Zwei maßangefertigte, automatisierte Vierwegestapler der Serie Custom Move übernehmen die Einlagerung der Fertigprodukte in das Verschieberegal.Bild: EK Robotics GmbH

Materialfluss zwischen Produktion und Durchlaufregalen

Durch den anhaltenden Automatisierungstrend führen immer mehr produzierende Unternehmen fahrerlose Transportsysteme in der Intralogistik ein. Bei einem Hersteller von Deodorants, Dusch- und Hygieneprodukten befördern 17 Transportroboter der Serie Compact Move Paletten aus der Produktion und liefern sie unterschiedlichen Lagerbereichen über ein großes Durchlaufregal mit fünf Ebenen zu. Hierbei handelt es sich um Regalsysteme, die von einer Seite aus mit Paletten oder anderen standardisierten Behältern bestückt werden, während von der anderen Seite die Waren nach dem FiFo-Prinzip (First In, First Out) wieder entnommen werden. Die Regale sind mit einem leichten Gefälle konstruiert, sodass die Waren über Rollenförderer von dem Abgabe- zum Aufnahmepunkt auf der anderen Seite des Regals rollen. Eine besondere Anforderung ist die Bedienung der Durchlaufregal-Anlage mit Übergabehöhen über 4m. Die Lasten müssen gerade, in einem exakten Winkel abgegeben werden, damit sich die Last bei der Bewegung durch das Lagersystem nicht verkantet. Die Transportroboter von EK Robotics wurden für diesen kontinuierlichen und auf die Kundenforderungen flexibel anpassbaren 24/7-Einsatz entwickelt. Mit dem integrierten Mast- und Gabelneiger sowie der verstellbaren Zinken können Ladungsträger bis 1.200kg im erforderlichen Neigungswinkel auf- und abgegeben werden.

Qualitativ gute Ladehilfsmittel sowie ein definierter Gewichtsbereich der einzelnen Lasten sind Voraussetzungen für ein Durchlaufregal. Bei einem Big-Player in der Elektro-Warmwasser- und Heizgerätebranche ist die Ausgangslage für eine Automatisierung des Durchlaufregals besonders komplex: Beengte Platzverhältnisse, viele Schnittstellen mit dem Lagerverwaltungssystem, weiteren Gewerken und individueller Materialanforderung der manuellen Arbeitsplätze in der Produktion. Für diesen Einsatz lieferte EK Robotics eine Transportroboterflotte der Serie Smart Move. Die fahrerlosen Transportfahrzeuge versorgen die gesamte Prozesskette der Montagehallen, Fertigungslinien und liefern den Fachkräften die benötigten Teile aus dem Lager, die zuvor über ein Bediengerät am Arbeitsplatz angefordert wurden.

Fahrerlose Transportsysteme lassen sich flexibel in 
bestehende Schmal- und Hochregallager integrieren.
Fahrerlose Transportsysteme lassen sich flexibel in bestehende Schmal- und Hochregallager integrieren.Bild: EK Robotics GmbH

Integration und Automatisierung von Verschieberegalen

Verschieberegale (VSR) sind verfahrbare Regale, die auf elektrisch angetriebenen Verfahrrahmen montiert sind. Die Regale öffnen sich nur an der jeweiligen Stelle, die für die Ein- und Auslagerung benötigt wird. Vorteil: Der sehr hohe Raumnutzungsgrad. Der dadurch eingesparte Platz kann als zusätzliche Lagerfläche verwendet werden. Ein VSR-System kann für Paletten-, Fachboden- und Kragarmregale umgesetzt werden. Die Automatisierung eines VSR und des Warentransportes stellt innerhalb der Regalanlage eine besondere Disziplin dar. Am neuen Produktionsstandort von Warema ist dafür eine umfangreiche Lösung von EK Robotics mit insgesamt vier verschiedenen Fahrzeugtypen im Einsatz. Von der Blechbearbeitung und Pulverbeschichtung der Sonnenschutzsysteme über die Einlagerung der Waren bis zum Warenausgang an 34 Verladetoren, übernehmen zwölf Transportroboter die Materialbeförderung. Die automatisierte Verknüpfung der verschiedenen Bereiche erstreckt sich über 1.000 Stationen auf 500m Fahrkurs.

Hier hat EK Robotics zwei VSR erfolgreich in die komplexe FTS-Lösung integriert. Nachdem die Fertigteile mit Längen bis 4,3m vermessen wurden, werden sie von drei Transportrobotern der Serie Heavy Move zu den Übergabepunkten am VSR befördert. Dort übernehmen zwei maßangefertigte, automatisierte Vierwegestapler der Serie Custom Move die Einlagerung der Fertigprodukte in bis zu 8m Höhe. Für die sichere sowie präzise Ein- und Auslagerung der Ladehilfsmittel stattet der Hersteller seine automatisierten Transportroboter mit moderner 3D-Objekterkennung aus. Die hierfür eigens entwickelte Software ist in der Lage, eine Vielzahl an Paletten- und Lasttypen zu klassifizieren, auszumessen und gleichzeitig eine Belegt-Prüfung bei Lastabgabe durchzuführen. Im Betrieb fährt das Fahrzeug die definierte Sollposition an, erstellt eine 3D-Punktwolke bei der Übergabe, analysiert diese in Echtzeit und justiert die Gabelposition, um die angepeilten Lasten passgenau aufzunehmen. Die Gassen in einem VSR lassen sich per Knopfdruck öffnen. Auf verschiedenen Höhen angebrachte Lichtschranken sorgen für zusätzliche Sicherheit in den geöffneten Gängen. Sobald eine Person die freie Gasse betritt, wird sie bis zur manuellen Freigabe gesperrt. Mit der Smart Analytics Reporting App (kurz Sara) hat sich Warema für die Software-as-a-Service-Lösung von EK Robotics entschieden, um die Effizienz der FTS-Anlage kontinuierlich zu verbessern. Das Tool bietet eine 5-in-1-Analyse der gesamten FTS-Anlage und liefert konkrete Handlungsanweisungen für deren stetige Optimierung. Anwender können die Entwicklung der Anlage während der Nutzungszeit verfolgen, die Transportleistung bewerten und einen umfassenden Überblick der Produktionszeiten, Anlagenauslastung und Unterbrechungen einsehen. Sara identifiziert jegliches Optimierungspotenzial, Leistungsspitzen und auffällige Fahrkursbereiche. Das Handling der Software selbst ist unkompliziert: Sie ist Cloud-basiert und lässt sich über einen Internet-Browser bedienen. Es genügt also ein Endgerät mit Internetverbindung.

Automatisierte Einlagerung in Schmal- und Hochregallager

Schmalganglager haben meist nur eine Gangbreite von 1.400 bis 1.800mm, sind dafür aber mit Übergabehöhen bis 15m höher als andere Lagersysteme. Sie benötigen einen geringen Flächenbedarf und bieten einen hohen Raumnutzungsgrad sowie hohe Umschlagsleistungen. Hochregallager können über 40m erreichen, werden in diesen Höhen aber nur über linear geführte automatische Regalbediengeräte (RBG) bedient. Sie erfordern nicht nur hohe Investitionskosten, sondern sind auf spezielle Konstruktionen angewiesen – nachträgliche Veränderungen sind sehr aufwändig.

Seiten: 1 2Auf einer Seite lesen

Das könnte Sie auch Interessieren

Bild: Kassow Robots
Bild: Kassow Robots
Schneller und besser produzieren mit Cobots

Schneller und besser produzieren mit Cobots

Der Mittelständler Biocare, ein Hersteller biologischer Pflanzenschutzmittel für die Landwirtschaft, setzt seit 2022 Cobots von Kassow Robots in der Produktion ein. Die Mitarbeiter haben nun mehr Zeit für überwachende Aufgaben, ausführende Tätigkeiten hingegen übernehmen zunehmend die Leichtbauroboter. So lässt sich mittlerweile mit der Hälfte an Mitarbeitern die vierfache Menge produzieren.

Bild: Sereact GmbH
Bild: Sereact GmbH
Next-Level-Picking mit KI und Vision

Next-Level-Picking mit KI und Vision

PickGPT von Sereact soll als softwaredefinierte KI-Lösung die Genauigkeit und Effizienz der robotergesteuerten Kommissionierung für hochvolumige Anwendungsfälle verbessern. Das Tool kombiniert die Leistungsfähigkeit von Large Language Models – ähnlich denen, die bei ChatGPT verwendet werden – mit Sereacts proprietären Computer-Vision-Modellen. Das versetzt Roboter in die Lage, Objekte in realen Szenarien mit einem Grad an Intelligenz und Genauigkeit zu kommissionieren und zu manipulieren, der zuvor unmöglich war.

Bild: IPR-Intelligente Peripherien für Roboter GmbH
Bild: IPR-Intelligente Peripherien für Roboter GmbH
Pneumatisch, elektrisch 
und manuell

Pneumatisch, elektrisch und manuell

Produktionsprozesse werden zunehmend autonomer. Hierfür hat das Unternehmen IPR – Intelligente Peripherien für Roboter mit dem Baukastensystem ToolChanger³ ein neues Level an Flexibilität und Modularität bei Roboterwerkzeugwechslern erreicht. Die Werkzeugwechsler-Familie TKX wurde als Handhabungskomponente zu einer intelligenten Lösung für Robotikaufgaben entwickelt. So soll der Werkzeugwechsel beschleunigt und die Produktion flexibler werden.