
In den vergangenen Jahren hat sich die Robotik außerordentlich dynamisch entwickelt. Die Mensch/Roboter-Interaktion und Programmierung ist mithilfe von No Code, Speak- und Lead-Through so einfach und intuitiv, dass ein Roboter in Minuten einsatzbereit ist. Sensorik und Wahrnehmung ermöglichen eine präzise Erfassung der Umgebung bei hoher Genauigkeit.
Darauf aufbauend können ABB-Roboter Aufgabensequenzen autonom planen und an Umgebungsveränderungen anpassen. Dies erfolgt z.B. über die KI-gestützte Visual-SLAM-Technologie, die die lokale Umgebung automatisch kartiert und zur Navigation nutzt. Neue Vision-Language-Action-Verfahren erhöhen außerdem die Geschicklichkeit, erlauben eine automatische, kollisionsfreie Bahnplanung und erhöhen damit auch die Sicherheit in der Zusammenarbeit mit Menschen.
Kombiniert heben diese Technologien Roboter auf eine neue Stufe, die ABB Robotics unter dem Claim Autonomous Versatile Robotics (AVR) zusammenfasst. Damit lassen sich Anwendungen implementieren, in denen Roboter autonom auf Veränderungen in ihrer Umgebung reagieren, sich durch künstliche Intelligenz orientieren und steuern sowie sicher und noch intensiver mit Menschen auf engem Raum zusammenarbeiten.
Symbiose aus Industrieroboter und Cobot
Ein Baustein dieser AVR-Vision ist eine neue Generation von Robotern, die industrielle Performance mit den Fähigkeiten von Cobots kombiniert. Die neue Cobot-Familie PoWa von ABB Robotics zeichnet sich durch hohe Geschwindigkeiten und höhere Traglasten bei sehr kompakten Maßen und einfacher Bedienung aus. Die Cobots heben und bewegen Lasten von 7 bis 30kg, erreichen Spitzengeschwindigkeiten bis 5,8m/s und realisieren dabei Reichweiten bis 2m. Mit PC-based Control und XTS reduziert Komax SLE den Maschinen-Footprint um 45 % und steigert Flexibilität in der Kabelverarbeitung. ‣ weiterlesen
45 % weniger Footprint mit XTS
PoWa schließt damit eine Lücke zwischen kleinen, leichten Cobots, denen häufig die für industrielle Anwendungen notwendige Geschwindigkeit und Traglast fehlen, und industriellen Robotern, die in hochspezialisierten Umgebungen eingesetzt werden und für kollaborative Anwendungen überdimensioniert sind. Die Serie ist auf kompakte Produktionsumgebungen angepasst und löst anspruchsvolle Aufgaben wie die Maschinenbeladung, Palettier- und Schraubprozesse sowie das Lichtbogenschweißen mit hoher Präzision. Damit ermöglicht der Cobot die Automatisierung ultraschneller Prozesse mit höheren Lasten, ohne die typischen Stärken kollaborativer Robotik- Flexibilität, einfache Bedienung und geringer Platzbedarf – einzubüßen.
Die neuen PoWa-Cobots sind mithilfe programmierbarer Tasten an der armseitigen Schnittstelle und No-Code-Programmierung besonders einfach zu bedienen sowie mit einem umfangreichen Ökosystem an Zubehör von Drittanbietern kompatibel. Mit einer Einrichtungszeit von einer Stunde und Plug&Play für eine Vielzahl von Tools sind sie in kurzer Zeit einsatzbereit.
Die neue Familie ist in diversen Varianten erhältlich, die sich vor allem in der Tragfähigkeit, im Aktionsradius (Armlänge), im Gewicht und in der maximalen Geschwindigkeit unterscheiden. Damit ist eine optimale Konfiguration für verschiedene Anwendungsfälle gegeben.
Angetrieben wird die neue Cobot-Generation von der OmniCore-Steuerungsplattform, die eine leistungsstarke Bewegungssteuerung mit hoher Geschwindigkeit und Präzision verbindet. Damit ist eine unkomplizierte Anbindung an diverse KI-gestützte Softwarelösungen von ABB Robotics möglich. Dazu zählen auch RobotStudio und Wizard Easy Programming, die sich durch eine intuitive Programmierung und schnelle Inbetriebnahme auszeichnen. Automatisierung leicht gemacht: Kompakte Roboterschweißzellen ermöglichen KMU den wirtschaftlichen Einstieg ins Roboterschweißen. ‣ weiterlesen
Moderne Einstiegslösungen in die Automatisierung
Produktvalidierung bei großem chinesischen Industrieunternehmen
Erste PoWa-Anwendungen wurden bereits bei dem chinesischen Automatisierungsunternehmen Xiamen Aerospace Siert Robot System getestet. Das international tätige Hightech-Unternehmen hat PoWa, die integrierten Softwarepakete und zugehörigen Plugins einer umfassenden Validierung vor Ort unterzogen.
In der Anlernphase nutzte Xiamen die Berührungserkennung zur Positionsbestimmung, um anschließend verschiedene Schweißvorgänge durchzuführen. Dazu zählen lineares, zirkuläres, mehrschichtiges und mehrphasiges Schweißen. Die Wiederholgenauigkeit der Schweißvorgänge konnte dabei um 32 Prozent gesteigert werden. Von Vorteil ist auch der größere Radius des Roboterarms gegenüber anderen Lösungen.

Xie Chuanlu, CTO bei Siert, sieht viele Vorteile: „Dieser kollaborative Roboter zeichnet sich durch eine hohe Effizienz bei der Implementierung aus und bietet Kunden eine äußerst kostengünstige Gesamtlösung, wodurch er sich besonders für Anwendungsfälle im Bereich des Lichtbogenschweißens mit kleinen Losgrößen und großer Produktvielfalt eignet.“
Geeignet für KMU, aber auch für große Industrieunternehmen
„Der Markt für Cobots wächst weltweit deutlich schneller als der für herkömmliche Industrieroboter – befeuert durch die Nachfrage sowohl von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die ihre Automatisierungsreise beginnen, als auch von großen Industrieunternehmen“, stellt Andrea Cassoni, Leiter Kollaborative Roboter bei ABB Robotics, fest. „Die neue PoWa-Familie bietet einen geeigneten Einstieg für Unternehmen, die vor großen Automatisierungsprojekten stehen, den Einsatz traditioneller Industrieroboter bisher aber nicht vollzogen haben.“
















