Schnell programmiert, effizient und flexibel

H. Gewing setzt als Unternehmen 
für Metall- und Blechbearbeitung
auf die Lorch Cobot Welding 
Solutions, um seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlasten.
H. Gewing setzt als Unternehmen für Metall- und Blechbearbeitung auf die Lorch Cobot Welding Solutions, um seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entlasten. – Bild: Lorch Schweißtechnik GmbH

Einen Namen gemacht hat sich das inhabergeführte Familienunternehmen mit der Produktion und Bearbeitung von Blechen, Profilen sowie der Fertigung von Serien bis hin zu komplexen Baugruppen für unterschiedliche Anforderungen und Industriebranchen. Auf einer Betriebsfläche von 30.000m2 mit einem umfangreichen Maschinenpark fertigt Gewing vor allem für Unternehmen aus den Bereichen Automotive, Fahrzeug und Landmaschinen, Baumaschinen sowie für den Anlagen- und Maschinenbau. 1991 in Ahaus bei Münster gegründet, zählt das Unternehmen inzwischen über 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, allein 80 davon arbeiten in der Schweißerei.

„Beeindruckt hat uns vor allem die schnelle Programmierung des Lorch-Cobots. Die Bedienung ist extrem einfach und wir kommen sehr schnell zum Ergebnis. Das haben wir so bei anderen Anbietern bisher nicht finden können“, berichtet Bernd Gewing, einer der beiden Geschäftsführer des Unternehmens. Die intuitive Menüführung der Cobotronic-Software ermöglicht Anwenderinnen und Anwendern in kurzer Zeit, die wichtigsten Schweißparameter einzustellen und anzupassen. Dabei stehen drei praktische Modi zur Auswahl: Im Jobmodus übernimmt der Cobot die komplette Parametersteuerung der Stromquelle. Der Individualmodus erlaubt dem Schweißer den vollen Zugriff auf die Parameter und Kennlinien der Stromquelle. Mit dem Assistenzmodus liefert die Software je nach gewählter Anwendung Parametervorschläge für bestmögliche Schweißergebnisse.

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Mithilfe der einfach zu bedienenden Cobotronic-Software sind die Schweißnähte für verschiedene Bauteile schnell programmiert. – Bild: Lorch Schweißtechnik GmbH

Besonders geeignet für Kleinserien

Der Maschinenpark im Schweißbereich umfasst bei Gewing 20 Industrieroboter und 75 MIG/MAG-Impulsschweißplätze. Für Bernd Gewing fügt sich der Cobot hier passend ein: „Die Programmierung der großen Roboteranlagen ist deutlich aufwändiger und erfordert mehr Zeit und spezielles Fachwissen. Das amortisiert sich aber nur bei größeren Auftragsmengen, die entweder in hoher Stückzahl oder in gewisser Regelmäßigkeit angefordert werden.“ Ideal ist der Einsatz des Cobots daher bei kleineren Losgrößen oder Bauteilen, die nicht regelmäßig gefragt sind. Gewing: „Das können Kleinserien von einer Losgröße von fünf bis 200 sein, die wir jetzt vom Handschweißen schnell und problemlos auf den Cobot übertragen können. Das entlastet unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und spart uns bis zu 50 Prozent Arbeitszeit, da die Schweißerinnen und Schweißer, während der Cobot seine Schweißnaht zuverlässig zieht, schon weitere Bauteile für den Schweißvorgang vorbereiten können.“

Modulares Baukastensystem

Die Lorch Cobot Welding Solutions sind als modulares Baukastensystem konzipiert und können so ganz nach individuellem Bedarf zusammengestellt oder später nachgerüstet werden. Neben der Basisausstattung des Systems hatte sich das Unternehmen zunächst für zwei zusätzliche Tools entschieden, die sich schnell in die Arbeitsabläufe integrieren lassen und das Schweißen mit dem Cobot für die unterschiedlichen Bauteile flexibler und effizienter machen: Zum einen die Cobot Move, eine Linearachse mit der sich der Arbeitsradius der Anlage auf 4,5m vergrößern lässt. So können auch sehr lange Werkstücke problemlos automatisiert geschweißt werden und auch das Arbeiten im Mehrstationenbetrieb ist möglich. Zum anderen der Drehkipptisch Cobot Turn 100A, mit dem anspruchsvollere Werkstücke oder Rundnähte in einem durchgehenden Programmablauf problemlos auf den Cobot übertragen werden können, sodass das aufwändige Drehen und erneute Aufspannen des Werkstücks entfallen. „Damit können wir lange Schweißnähte, die von den Schweißerinnen und Schweißern viel abverlangen und Rundnähte, die manuell mit wesentlich mehr Zeitaufwand zu schweißen wären, einfach und schnell an den Cobot abgeben“, so Andre Ostendorf, Teamleiter des Schweißbereichs bei Gewing.

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Mit dem SeamPilot definiert der Bediener nur einen groben Startpunkt, dann sucht und findet der Linienlaser die zu schweißende Naht von selbst und folgt dieser bis zum Endpunkt. – Bild: Lorch Schweißtechnik GmbH

Intelligente Tools

Seit einem Jahr gehört bei Gewing auch der SeamPilot, eine Neuentwicklung im Bereich des Cobotschweißens, die Lorch 2023 gemeinsam mit dem Fraunhofer IPA entwickelt hat, zur Cobot-Ausstattung. Basis des neuen Tools ist ein Linienlaser am Brennerhalter, der selbstständig die zu schweißende Naht sucht und dieser bis zum selbst erkannten Endpunkt folgt und das auch bei schwierigen Verläufen oder Krümmungen. Das Unternehmen setzt den SeamPilot derzeit vor allem bei Kehlnähten ein. „Es gibt kein besseres System“, schwärmt Ostendorf. „Wir müssen hier nicht erst zeitaufwändig teachen, sondern nur mit dem Brenner an den Startpunkt fahren, sämtliche weiteren Informationen holt sich der Cobot von allein und sorgt dafür, dass die Kehle beim Schweißen auch sicher gefunden wird. Das ist schon genial.“

Sehr gute Erfahrungen hat man auch mit Multilayer, dem neuesten Feature, das Lorch für das kollaborative Schweißen entwickelt hat, gemacht. Zunächst im Testverfahren erprobt, wird es in Zukunft auch fester Bestandteil der Anlage bei Gewing sein. Der Vorteil: Beim Mehrlagenschweißen muss nur eine Bahn geteacht werden und der Cobot berechnet selbstständig die bestmögliche Brennerposition und den passenden Winkel für jede Lage. Mithilfe flexibler Tabellensteuerung können Lagenanzahl, Brennerposition und -winkel sowie Hitzekontrolle und Schweißgeschwindigkeit exakt an die Anforderungen angepasst werden. „Ab einer gewissen Materialstärke oder bei stark beanspruchten Bauteilen müssen wir mehrlagig schweißen, um die geforderte Festigkeit zu garantieren. Das leistet mithilfe von Multilayer der Cobot jetzt ganz von selbst, und zwar effizient und mit geringem Aufwand“, so Ostendorf.

Bernd Gewing: „Bei uns ist der Schweiß-Cobot täglich im Einsatz und wir haben uns entschieden, noch einen weiteren anzuschaffen. Er ist nicht nur eine wertvolle Hilfe für unsere Handschweißerinnen und Handschweißer, sondern steigert auch unsere Fertigungskapazität. Positiv ist für uns auch die Möglichkeit, die Anlage immer wieder auf unseren Bedarf bzw. nach neuesten technischen Standards flexibel anpassen zu können. Damit sind wir auch künftig auf der sicheren Seite.“