
Gerade dort, wo Sortimente schneller wechseln als Investitionszyklen, wird Flexibilität in der Produktion zum entscheidenden Kriterium. Für kleinere Unternehmen und Mittelständler stellt sich dabei oft nicht die Frage nach einer komplett neuen Linie, sondern nach dem richtigen ersten Automatisierungsschritt: Prozesse sind teils noch manuell geprägt, Produktionsflächen begrenzt, Investitionen müssen sich überschaubar halten. Starre Sonderlösungen stoßen unter diesen Voraussetzungen schnell an Grenzen. Gefragt sind kompakte, standardisierte Automatisierungseinheiten mit klar definiertem Funktionsumfang, die sich flexibel an neuralgischen Prozessschritten einsetzen lassen, ohne bestehende Abläufe grundsätzlich infrage zu stellen.
Modulstrategie statt Komplettumbau
Einen solchen Ansatz verfolgt die Firma Gerhard Schubert mit der TOG-Reihe. Das Unternehmen baut mit modularen Verpackungsmaschinen wie TLM bereits hochintegrierte Toploading-Linien und bietet mit Lightline vorkonfigurierte Maschinen für standardisierbare Aufgaben an. Das fehlende Bindeglied – die TOG-Reihe – ging 2019 aus einem betriebseigenen Startup hervor. Mit ihr überträgt Schubert den MVP-Ansatz – Minimum Viable Product – in den industriellen Kontext: Die standardisierten, mobilen Produktionszellen sollen nicht alles können, sondern jeweils eine klar definierte Funktion mit hoher Leistung und definierter Qualität erfüllen. Diese bewusste Begrenzung ist kein Rückschritt, sondern senkt Investitionshürden, verkürzt Entscheidungswege und macht Automatisierung auch dort erreichbar, wo ein Linienumbau nicht darstellbar wäre. Die Zellen übernehmen einzelne Prozessschritte und lassen sich in neue wie bestehende Linien integrieren. Der vom englischen Together abgeleitete Name ist dabei zugleich Programm: Die Einheiten unterstützen menschliche Bediener gezielt, entlasten bei wiederkehrenden Arbeitsschritten und lassen sich bei prozessualen Veränderungen schnell neu platzieren. Für anspruchsvolle Robotikanwendungen entwickelt: Die drehbaren RQDR-Halter von FLEXA bieten eine platzsparende und robuste Kabelführung, die Cobots bei komplexen Bewegungsabläufen zuverlässig unterstützt. ‣ weiterlesen
Flexibler Kabelschutz für Cobots
Greifen, erkennen, ablegen
Der TOG-Cobot macht diesen Ansatz besonders anschaulich. Die kompakte, frei integrierbare Pick&Place-Zelle nimmt Produkte aus der Unordnung auf und legt sie geordnet in Trays, Faltschachteln oder Ketten ab – um ein Vielfaches schneller, als menschliches Personal dies tun könnte. Entscheidend ist dabei die KI-gestützte Bildverarbeitung. Kamera und neuronales Netz erkennen Produkte, ihre Lage und die Zielumgebung. Statt für jede Artikelvariante eine Regel zu programmieren, wird das System auf Kategorien wie Riegel, Tube, Pouch oder Flasche trainiert. Das eröffnet Spielraum für wechselnde Druckbilder, leichte Formunterschiede oder unterschiedliche Packmuster. Der Roboter greift, prüft und passt den nächsten Schritt an; bei Bedarf erkennt er auch eine Produktöffnung und legt den Artikel erst nach korrekter Ausrichtung ab. Zwischen Pick und Place kann der Roboter bei Bedarf auch noch über Kameras und Sensoren Zusatzkontrollen durchführen oder das Produkt umgreifen, um – z.B. in der Kosmetikindustrie – alle Orientierungen eines Deckels verarbeiten zu können. Präzisionsgetriebe stellen hohe Anforderungen an Fertigung und Qualität. Liebherr bietet flexible Lösungen für die Herstellung von Zykloiden- und HarmonicDrive®-Verzahnungen – von der Prozessentwicklung bis zu Maschine, Schulung und Service. ‣ weiterlesen
Verzahnung für die Robotik














