Vermeidung von Ausfallzeiten durch Wartung

Viele Roboter sind teils schon seit Jahrzehnten im Einsatz und gehören zu den älteren C- und D-Controller-Generationen von Kawasaki Robotics, aber für Zemsauer und sein Team zählt, dass die bestehenden Anlagen so lange laufen wie möglich. Bei bis zu 24 Jahre alten Industrierobotern ist dabei natürlich die Ersatzteilverfügbarkeit ein entscheidender Faktor: Mit Unterstützung von More Robots und Kawasaki Robotics EMEA hat Agru pro Anlage präzise entschieden, welche Ersatzteile angeschafft werden sollen, und hat diese entsprechend selbst lokal vorgelagert.

Mit Erfolg: In 24 Jahren kam es zu keinen nennenswerten Ausfallzeiten. Um dies kontinuierlich zu gewährleisten, setzt das Unternehmen auf das Predictive-Maintenance-Konzept von Kawasaki Robotics und jährliche Wartungen aller Roboter in zyklischen Intervallen – 35 Roboter werden pro Jahr gewartet. „Auch wenn es bei Kawasaki beeindruckende Weiterentwicklungen bei neueren Modellen gibt: Unsere Roboter sollen so lange laufen, wie es geht. Mithilfe des Supports von More Robots und Kawasaki können wir das auch künftig immer gewährleisten“, so Zemsauer. Mehrere Mitarbeiter haben zudem umfassende Kurse für Programmierung und auch Instandhaltung in der Kawasaki Robotics Academy in Neuss absolviert.

Highend-Lösungen für internationale Kunden

Der internationale Export macht heute rund 95 Prozent des Gesamtumsatzes aus, viele Kunden stammen aus der Infrastrukturbranche, u.a. für Trinkwassersysteme. Während die meisten Kundenprojekte in Asien im Aufbau liegen, kommen Agru-Produkte in Europa und Nordamerika primär in Sanierung und Instandhaltung zum Einsatz – in den USA werden etwa seit Jahren viele alte Stahlbetonkonstruktionen, die zu Erosion neigen, durch langlebige und für Trinkwasser angepasste Kunststoffsysteme ersetzt. Agru arbeitet bei diesen Projekten oft eng mit dem österreichischen Kunststoffproduzenten Borealis zusammen. Mit Purad hat Agru zudem ein spezielles, chemisch besonders beständiges Rohrsystem für die Halbleiter- und Pharmaindustrie entwickelt, in denen hohe Hygienestandards gelten. Agru beliefert primär Unternehmen in Asien mit entsprechenden Lösungen. Ein eigener Reinraum im Werk 6 ermöglicht die kontinuierliche Weiterentwicklung der Kunststoffsysteme für zahlreiche internationale Chip- und Pharmaproduzenten.

Trotz bestmöglicher Raumnutzung, dem Bau neuer Werke und Erweiterungsoptionen ist der verfügbare Platz für Anlagen auch bei Agru begrenzt. Entsprechend sind präzise Planung und oftmals auch viele Kompromisse notwendig. Bis heute bringen Kawasaki-Roboter in dieser Hinsicht einen wichtigen Mehrwert, erklärt Zemsauer: „Unsere Werke stoßen räumlich immer wieder an ihre Grenzen. Schon 2001 war der kleine Fußabdruck und der damit geringe Platzbedarf der Kawasaki-Roboter für uns ein großer Vorteil. Die neueren Modelle machen dies sogar noch besser und nehmen wenig Fläche ein. Das gibt uns in Kombination mit den flexiblen Arbeitsbereichen der Roboter immer wieder deutlich mehr Spielraum. Genau wie die Roboter selbst reizen wir unseren Werksraum voll aus.“

Innovatives Ausbildungskonzept

Seit 2015 hat der Ausbildungsbetrieb auf 860m² eine eigene Lehrwerkstätte, in der Auszubildende praxisnah arbeiten – jedes Jahr werden aus vielen Bewerbungen zehn neue Auszubildende ausgesucht. Im September 2025 kam der Kawasaki-Trainingsroboter Astorino erstmalig dazu. Der speziell für die Lehre konzipierte Roboter besteht aus 3D-gedruckten Komponenten und ermöglicht es, Roboterprogrammierung intuitiv und authentisch zu lernen.

Für das Team der Lehrwerkstätte sind die Ziele klar: „Wie kürzen wir Anlernphasen ab und steigern gleichzeitig die Lernkurve? Und wie lösen wir Berührungsängste für Auszubildende und Mitarbeiter? Astorino erfüllt genau diese Ziele und begeistert die Auszubildenden“, so Michael Binder, Leiter der Lehrwerkstätte. Die Lehrwerkstätte ist kein isolierter Bereich: Die Auszubildenden arbeiten an echten Projekten, erklärt Binder: „Der Astorino passt perfekt zum Konzept: Die Auszubildenden können das Teach Pendant in die Hand nehmen und echtes Programmieren lernen – der Schritt zum Industrieroboter ist dann kein großer mehr.“

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