Ein Missverständnis, das ich ständig aufklären muss
Wenn ich sage, dass die Verwaltung automatisierter Anlagen in die Cloud gehört, höre ich oft: ‚Ihr wollt doch nicht unsere Anlagen über die Cloud steuern?‘ Nein. Will niemand. Das wäre auch fahrlässig. Die Steuerung bleibt auf der SPS. In der Zelle. Auf dem Hallenboden. Daran ändert sich nichts. Was in die Cloud geht, ist die Ebene darüber: Welche Version läuft wo? Wer hat was geändert? Sind die Backups aktuell? Gibt es Firmware-Schwachstellen? In der IT-Welt kennt man die Unterscheidung zwischen Control Plane und Management Plane. In der OT-Diskussion in Europa taucht sie kaum auf. Dabei würde sie die halbe Debatte entschärfen.
Wo die europäische Skepsis richtig liegt
Ich will nicht so klingen, als wäre Europa einfach nur langsam und müsste den Amerikanern hinterherlaufen. Das wäre falsch. Die Frage nach Datensouveränität ist berechtigt, europäische Rechenzentren für europäische Industriedaten ergeben Sinn, und Anbietern, bei denen unklar ist, was mit den Daten passiert, sollte man misstrauen.
Was mich stört, ist etwas anderes. Ich kenne Betriebe, die seit Jahren Cloud-Strategien diskutieren. Workshops, Evaluierungen, Positionspapiere. Und währenddessen laufen ihre Anlagen weiterhin mit den Passwörtern von der Erstinbetriebnahme. Backups auf USB-Sticks. Kein Änderungsverlauf. Das ist der eigentliche Befund. Nicht dass Europa vorsichtig ist, sondern dass die Vorsicht manchmal als Begründung dafür herhalten muss, gar nichts zu tun. Cloud kommt auch in der europäischen Automatisierung. Die Frage ist nur, ob die Betriebe den Übergang selbst gestalten oder warten, bis NIS 2 oder ein Auditor sie dazu zwingt.
Wie ein realistischer Einstieg aussieht
Drei Dinge, die ich jedem Betreiber automatisierter Anlagen empfehle, der das Thema ernst nehmen will: Für anspruchsvolle Robotikanwendungen entwickelt: Die drehbaren RQDR-Halter von FLEXA bieten eine platzsparende und robuste Kabelführung, die Cobots bei komplexen Bewegungsabläufen zuverlässig unterstützt. ‣ weiterlesen
Flexibler Kabelschutz für Cobots
Erstens: Sauber trennen, was lokal bleiben muss und was von zentraler Sichtbarkeit profitiert. Die Steuerung bleibt im Werk. Versionierung, Backup, Zugriffsprotokollierung können und sollten zentral laufen. Genau hier setzt eine Plattform wie Software Defined Automation an: Sie bringt diese Verwaltungsebene über alle Hersteller hinweg zusammen, ohne in die Steuerung selbst einzugreifen.
Zweitens: Beim Anbieter genau hinschauen. Wo laufen die Server? Wie werden die Daten isoliert und verschlüsselt? ISO27001 und SOC2 sind das Minimum, das man erwarten sollte. Für den deutschen Markt ist ISO27001 der relevante Maßstab, SOC2 ergänzt ihn für das US-Geschäft. Präzisionsgetriebe stellen hohe Anforderungen an Fertigung und Qualität. Liebherr bietet flexible Lösungen für die Herstellung von Zykloiden- und HarmonicDrive®-Verzahnungen – von der Prozessentwicklung bis zu Maschine, Schulung und Service. ‣ weiterlesen
Verzahnung für die Robotik
Drittens: Klein anfangen. Eine Anlage, ein Standort, drei Monate. Danach weiß man, ob es funktioniert. Nicht vorher.
Wir arbeiten von München und Boston aus und sehen beide Seiten. Die Amerikaner sind schneller. Die Europäer sind gründlicher. Beides hat Vor- und Nachteile. Aber eins ist klar: Wer wartet, bis alles perfekt geklärt ist, wartet zu lange.















