Bei sortenreinen Containern palettiert das System den Inhalt idealerweise in einem Durchgang mit bis zu rund 60 Paletten. Weil während des Betriebs niemand die Zone betritt, stehen die Zielpaletten dicht an dicht, ohne Gassen für Personen oder Stapler. Bei gemischten Containern kommt die Sortierfunktion hinzu und wandelt die eintreffende Ware in sortenreine Paletten oder in Variantenpaletten. Nachgelagert werden die fertigen Paletten gewickelt und anschließend per Stapler oder fahrerlosem Transportfahrzeug ins Hochregallager gebracht. Erfasste Palettendaten und gezählte Packstücke gehen an das Lagerverwaltungssystem.

Über die Verfügbarkeit entscheidet ein Detail: Die Fläche lässt sich in zwei Sicherheitszonen teilen. Während in einer Zone fertige Paletten entnommen und leere gestellt werden, arbeitet der Roboter in der anderen weiter. So entsteht aus einem Ablauf, der bislang viel manuelle Nacharbeit und große Stellflächen für Zielpaletten und Wege verlangte, ein weitgehend durchgängiger Prozess. Auch das Legen von Leerpaletten kann durch das System übernommen werden.

Warenausgang: hinter Sorter und Kommissionierung

Im Warenausgang liegt der Engpass meist am Ende der Sortierstrecke. Ein Seilroboter überspannt dort mehrere Sortierstiche und palettiert entweder im einfachen 1:1-Betrieb, also eine Endstelle auf eine Palette, oder mit zusätzlicher Sortiertiefe. Im zweiten Fall verteilt er die Ware aus einer Länderendstelle direkt auf die Paletten der einzelnen Postleitzahlengebiete. Wo herkömmliche Zellen ein bis zwei Sortierstiche bedienen, deckt ein System im niedrigen bis mittleren Durchsatz vier bis acht davon gleichzeitig ab und erreicht dabei bis zu zehn Aufnahmepositionen je Stich.

Anspruchsvoller wird es beim Palettieren gemischter Sortimente. Unterschiedliche Formen, Gewichte und Verpackungen erschweren stabile Stapelbilder, die hohe Variantenvielfalt verlangt schnelle Entscheidungen. Eine Kombination aus heuristischer Optimierung und KI-Algorithmen berechnet das Stapelbild, die kamerabasierte Objekterkennung sorgt für die genaue Positionierung. Weil viele Zielpaletten und mehrere Aufnahmepositionen auf dem Förderer gleichzeitig erreichbar sind, wählt das System den passenden Karton aus, statt eine vorgegebene Reihenfolge abzuwarten.

Das zahlt sich in der Auftragskommissionierung aus. Der Roboter baut mehrere Kundenaufträge parallel auf. Fehlt einem Auftrag ein verzögerter Artikel, wechselt er zur nächsten Palette, statt stillzustehen. Der Bedarf an Sequenzierung und Puffern sinkt, ebenso der Stau an der Einschleusung. Nachgelagert gehen die fertigen Mischpaletten in Folierung sowie Ladungssicherung und von dort in die Verladung.

Reichweite als Konstruktionsprinzip

In der Seilrobotik stecken über 30 Jahre Forschung, die heute in Serienanlagen ankommt. Wer große Flächen, viele Palettenplätze oder anspruchsvolle Sortieraufgaben automatisieren will, sollte diese Bauform ernsthaft prüfen. Was lange als zu komplex oder zu teuer galt, wird damit wirtschaftlich machbar.

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